Oldenburg Grünkohl gibt es nur mit Fleisch und Kartoffeln im Winter auf dem Teller? Falsch – auf dem Versuchsfeld der Uni Oldenburg steht der Grünkohl gerade in voller Blüte. Und das freut Insekten und Forscher gleichermaßen.

Auf rund 300 Quadratmetern wachsen hundert verschiedene Grünkohlarten. Manche mit lilafarbenen Stiel, andere hellgrün. Eigentlich sehen die Pflanzen dem Raps sehr ähnlich, sie sind nur um einiges größer. „Grünkohl gehört zur selben Familie“, erklärt Christoph Hahn, Doktorand an der Uni. Zwischen den hohen Pflanzen bekommt er ein ganz besonderes Geräusch auf die Ohren: Es summt und brummt. „Wenn es ein sehr warmer Tag ist, hat man richtig Sound“, meint Hahn.

Emsiges Treiben

„Im Wesentlichen sind Hummeln und Bienen Blütenbesucher“, sagt der Doktorand und beobachtet das emsige Treiben der Insekten. Viele der Bienen tragen große Pollen an den Hinterbeinen. Aber auch Fliegenarten oder Schmetterlinge holen sich Nahrung hier. An einem Stängel sitzt sogar ein Maikäfer. Am äußeren Rand des Versuchsfeldes stehen ein paar Bienenkästen, die zu einem Projekt der Uni gehören. Ihre Bewohner haben den Esstisch quasi direkt vor der „Haustür“.

Am großen Angebot der goldgelben Blüten des Grünkohls dürfen sich die Insekten gerne bedienen – aber nicht an allen. Einige wenige Blüten sind mit kleinen, weißen Tütchen geschützt. Bei der Forschung sollen die geflügelten Besucher nämlich nicht mithelfen. Zu Forschungszwecken werden die Pflanzen hier gekreuzt. Um das korrekte Ergebnis zu bekommen, soll fremde Bestäubung ausgeschlossen werden.

„Oldenburger Palme“

„Wir brauchen die Blüten und kreuzen per Hand.“ Denn Christoph Hahn und seine Kollegen suchen nach der „Oldenburger Palme“. Schön soll sie sein und lecker auf dem Teller. Zur kommenden Saison soll schon ein Prototyp gezeigt werden, hofft Hahn.

„Bei uns ist rund ums Jahr Grünkohlzeit“, sagt Christoph Hahn und lacht. „Jetzt ist die Zeit, wo uns besonders die Blüte interessiert.“

Vier Wochen lang können sich die Insekten an den großen, blumigen Blütenständen bedienen. Denn so lange blüht der Grünkohl. In diesem Jahr ging es aufgrund der warmen Tage bereits um Ostern los. Im Winter wird der Grünkohl dann für gewöhnlich geerntet – auch der Forschungsgrünkohl kann auf dem Teller landen: „Für Tasting-Zwecke“, sagt Christoph Hahn und schmunzelt. Und im Frühjahr finden dann wieder Insekten ihre Nahrung hier.

Finden Sie Ihren Traumjob auf NWZ-Jobs.de!

NWZ-Jobs.de
Finden Sie Ihren Traumjob auf NWZ-Jobs.de!

Tonia Hysky Redakteurin / Newsdesk
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

NWZONLINE-NEWSLETTER

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten.
Meine E-Mail wird nur zu diesem Zweck verwendet.
Einwilligung jederzeit wider­rufbar, Abmeldelink in jeder E-Mail. Die Datenschutz­erklärung habe ich zur Kenntnis genommen.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.