Berlin (dpa/tmn) - Alkoholmissbrauch ist am Arbeitsplatz ein heikles Thema - es unter Kollegen anzusprechen fällt oft schwer. Es sollte aber nicht totgeschwiegen werden, empfiehlt Peter Raiser von der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen in der Zeitschrift "topeins" (Ausgabe 02/2019).

Doch wie spricht man einen Kollegen auf ein Alkoholproblem an? Wer ein gutes Verhältnis hat, sollte die Sorge um die Person in den Vordergrund stellen, lautet der Ratschlag des Experten. Ist die Beziehung eher distanziert, empfiehlt Raiser eher anzusprechen, dass man nicht bereit ist, das Verhalten mitzutragen. Wichtig ist ihm zufolge, dass man seine eigene Rolle kennt. Man sei nicht in der Verantwortung, könne sich zwar sorgen, müsse aber niemanden retten.

Führungskräfte haben dagegen eine besondere Fürsorgepflicht. Für sie gilt: Wer mitbekommt, dass ein Mitarbeiter aufgrund von Alkoholkonsum mit Kollegen in Konflikte gerät, weniger leistungsfähig ist oder sich Fehlzeiten häufen, muss das Gespräch suchen. Bei offensichtlichen Gefahren, zum Beispiel wenn jemand alkoholisiert in sein Fahrzeug steigt, ist die Führungskraft in der Pflicht einzuschreiten.

Raiser empfiehlt Führungskräften, einem Betroffenen ganz offensiv Hilfe anzubieten. Das sei oft der entscheidende Schritt. Aber auch Sanktionen sind möglich. Stufenpläne oder Gesprächsleitfäden im Unternehmen erleichterten einen guten Umgang mit der Situation.

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