Arnsberg (dpa/tmn) - Die gigantischen Tissuemaschinen sind groß wie ein Haus und haben mehrere Stockwerke. Auf die einen wirken sie einschüchternd, bei den anderen tritt ein Glitzern in die Augen.

Das ist der Moment, auf den Ausbilder Eugen Skowronek wartet, wenn er Schulabgänger, die sich für die duale Ausbildung als Papiertechnologe interessieren, in die Werkshalle des WEPA-Hauptstandorts führt.

Die Unternehmensgruppe in Arnsberg (Nordrhein-Westfalen) ist Marktführer in der Herstellung von Hygienepapieren aus Recyclingfasern, und komplexe Industrieanlagen zu überwachen ist das Hauptaufgabengebiet von Papiertechnologen. Sie richten die elektronisch gesteuerten Papier- und Zellstoffmaschinen ein, kontrollieren die Produktion und prüfen die Fertigungsqualität, kümmern sich um Störungen in der Anlage sowie um die Wartung.

Maksim Klesna hatte vor drei Jahren das Glitzern in den Augen, als er erstmals eine Papiermaschine live erlebte. Damals 17 Jahre alt, hatte er sich nach seinem Realschulabschluss für die duale Ausbildung als Papiertechnologe beworben. Inzwischen hat er die Abschlussprüfung bestanden und wurde übernommen.

Alles andere als eintönig

Keinen Tag während seiner drei Ausbildungsjahre habe er sich gelangweilt, sagt Klesna: "An jedem Tag passiert etwas anderes, es gibt keine ermüdenden Routinejobs." In den ersten Wochen schaute er erfahrenen Kollegen über die Schulter und übernahm dann eigene Pflichten wie das Vorbereiten von Hülsen - diese sind der Dreh- und Angelpunkt des Papiers, wenn es auf die Rolle kommt.

Die Entwicklung der Maschinen ist laut Ausbilder Skowronek mit großen Neuerungen einhergegangen: "Heute laufen komplexe Prozesse ab und dementsprechend hoch sind die Erwartungen an die Azubis", schildert der 60-Jährige. "Sie benötigen technisches Verständnis, müssen räumlich denken können, dürfen keine Scheu vor digitalen Anwendungen haben und benötigen nicht zuletzt handwerkliches Geschick, um auch schon mal ein Aggregat an einer Maschine austauschen zu können." Zudem müssen die Auszubildenden teamfähig sein und Hand in Hand arbeiten, etwa wenn es zu Reparatur- oder Wartungsstillständen kommt.

Gutes Geld schon in der Ausbildung

Maksim Klesna gefällt genau diese Vielfalt. Dass es am Arbeitsplatz phasenweise warm und auch laut ist, stört ihn nicht: "Wir arbeiten ja mit Gehörschutz", sagt er. Ihm gefällt, dass er Verantwortung trägt und seine Branche eine rasante technische Entwicklung erfährt.

Nach den Schattenseiten gefragt, nennt er die Schichtarbeit. Ab dem dritten Ausbildungsjahr müssen auch die Azubis nachts und an den Wochenenden ran. Allerdings sagt er auch: "Wir bekommen ein gutes Gehalt. Schon die Ausbildung wird höher vergütet als andere, ich weiß unseren guten Verdienst zu schätzen." Je nach Region und Betrieb werden im ersten Ausbildungsjahr etwa 980 Euro monatlich gezahlt, im zweiten Jahr sind es 1055 Euro und im dritten Jahr 1135 Euro.

© dpa-infocom, dpa:201127-99-486354/2

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