Warfleth Todesangst? Die habe Ralf Bande laut eigener Aussage nicht gehabt. Dennoch hat ihm seine Corona-Erkrankung viel Kraft abverlangt – tut es noch. „Vor Corona habe ich richtig viel Respekt. Auf keinen Fall möchte ich das noch mal durchmachen“, verdeutlicht der 56-Jährige, der immer noch mit Spätfolgen zu kämpfen hat.

Durch Corona am Boden

Nach seiner Erkrankung einfach so zurück in den Alltag finden – das hat bei Ralf Bande nicht funktioniert. Statt seine Umschulung zum Arbeitspädagogen fortzuführen, verbringt er die meisten der Wochentage nun bei Ärzten. „Eigentlich wollte ich beruflich noch mal so richtig durchstarten. Aber wegen Corona war ich ganz am Boden“, so Bande. Den Kopf wolle er aber auf keinen Fall in den Sand stecken. „Es muss weiter gehen“, zeigt er sich kämpferisch.

Seit dem 16. Februar fährt Bande daher zweimal in der Woche in das BG-Rehazen-trum nach Bremen. „Die haben mich dort richtig ausein-ander genommen und viele Tests gemacht“, sagt der Warflether. Neben Gehirntraining und Lungenfunktionstests wurde auch ein Trainingsplan für Bande ausgearbeitet, den er zuhause durchführen kann. „Ich habe wirklich Glück, dort versorgt zu werden“, zeigt sich Bande dankbar.

Zudem hat Ralf Bande einmal pro Woche einen Termin bei einer Neuropsychologin in Oldenburg. „Sie sagte mir, dass ich mit dem Auto keine längeren Strecken mehr fahren kann. Dafür kann ich mich nicht mehr lange genug konzentrieren“, so der 56-Jährige.

Gespräche helfen

Über die schwere Zeit der Corona-Erkrankung hinweg helfen Ralf Bande auch regelmäßige Gespräche mit einer Psychologin. Wegen seines Burnouts war das ehemalige Vorstandsmitglied des SV Lemwerder schon vorher in Behandlung. Dennoch seien die Gespräche für ihn wichtig. „Über die Erkrankung zu reden hilft mir sehr bei der Verarbeitung des Geschehenen. Und manchmal ist es eben auch leichter, mit einer neutralen Person zu sprechen. Da ist man offener“, sagt Bande.

Sich an die Corona-Regeln zu halten, dass ist der Appell des 56-Jährigen. Dass es trotzdem immer wieder Menschen gibt, die die bestehenden Vorgaben missachten, stimme ihn traurig. „Wir schaffen es nur gemeinsam da raus oder gar nicht“, sagt Bande. Deshalb wolle er sich, sobald er an der Reihe ist, auf jeden Fall gegen das Virus impfen lassen. Denn: „Auch ich kann Corona immer wieder bekommen, auch wenn ich es schon hatte“, erklärt der Warflether.

Svenja Gabriel-Jürgens Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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