Harmenhausen Es war eine schwere Geburt. Doch Autorin Jennifer Hülser, über deren Theaterstücke „Elvis für Fortgeschrittene“, „Theo und die Frauen“ oder „Wellnessfarm und Liebeswahn“ in den vergangenen Jahren schon herzlich gelacht wurde, half Elke Aschoff gerne aus der Patsche. Verzweifelt war die Regisseurin im Frühjahr auf der Suche nach einem Stück mit passender Anzahl von Schauspielern und hatte sich am Ende in ihrer Not an Hülser gewandt. Und die schrieb kurzerhand den „maßgeschneiderten“ Dreiakter „Villa Kamilla“ für die Harmenhauser Theatergruppe.

Mit „Kribbeln im Bauch“, wie Aschoff vor der Weltpremiere im ausverkauften Harmenhauser Dorfgemeinschaftshaus gestand, startete am Freitagabend die erste von sechs geplanten Aufführungen. Das Kribbeln sollte sich jedoch schon nach den ersten Szenen als absolut unbegründet herausstellen. Das bestens eingespielte Ensemble verstand es sofort, das Publikum in seinen Bann zu ziehen und für jede Menge Spaß zu sorgen.

Nach 40 Ehejahren frisch geschieden möchte Ilse Ortwein (Inge Niekamp) in einer Wohnung der Villa Kamilla ein neues Leben anfangen. Dass die alles andere als komfortabel ist, stört Ilse wenig. Kaum hat sie zusammen mit Tochter Meike (Daniela Febert) die ersten Kisten ins Haus geschleppt, wird ihre Stube aufgrund des defekten Türschlosses auch schon zum „WG-Wohnzimmer“ und das Leben im neuen Heim alles andere als langweilig. Nicht nur Hausmeister, Frauenversteher und Feuerwehrmann Werner Brommel (Klaus Niekamp), der Ilses Küche gleich am ersten Tag mit Löschschaum ruiniert, oder Nachbarin Trude Winkler (Bianka Rittel), die in Ilse zunächst einmal einen Spitzel der fiesen Hausverwalterin Florence Déja-vu (Jutta Tschernischen) vermutet, sorgen für ordentlich Wirbel. Auch Ilses feine, gegen alles allergische Tochter Sandra (Andrea Baritz-Wetzel) bittet nach dem Rauswurf ihres Ehemannes um Asyl – auch wenn ihr die heruntergekommene Behausung der Mutter überhaupt nicht zusagt.

Skrupellos möchte Florence Déja-vu die Vorstadtimmobilie am liebsten abreißen. Mit dem unfreiwillig als Helfer angeheuerten Manni Baumann (Kay Johannesmann) versucht sie die Mieter durch massive Umbaumaßnahmen zu vergraulen. Doch die Gegenwehr der Bewohner, die die Angst um die Wohnung zusammenrücken lässt, ist heftig. Beim Publikum, das nicht mit Applaus sparte, kam das alles bestens an.

Wenn es nicht eine zehnjährige Pause gegeben hätte, würde die Theatergruppe in diesem Jahr ihren 30. Geburtstag feiern, hieß es nach der absolut gelungenen Premiere. Elke Aschoff, Inge und Klaus Niekamp gehören von Anfang an zum Ensemble. Aber auch die anderen Schauspieler glänzten.

Wie es mittlerweile Tradition ist, geht wieder ein Euro jeder Premierenkarte an einen guten Zweck. Der Tobias-Spielkreis in Berne wird dieses Mal das Geld erhalten.

Am Freitag wird Jennifer Hülser zu den Zuschauern gehören, verriet Elke Aschoff. Die Karten für sämtliche Vorstellungen sind jedoch ausverkauft. Allerdings wird bei entsprechender Nachfrage über eine Zusatzvorstellung am Sonntagabend, 12. November, nachgedacht. Interessierte können sich bei Birgit Schieren­stedt unter Telefon  04406/6949 oder im A&B Markt Trost in Berne melden.


Mehr Fotos von der Premiere:   www.nwzonline.de/fotos-wesermarsch 
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.