Warfleth Obwohl die technischen Voraussetzungen der Feuerwehren vor einem halben Jahrhundert noch ganz anders waren als heute, machte man sich schon damals Gedanken darüber, wie genügend Einsatzkräfte für das lebensrettende Ehrenamt zu gewinnen sein könnten.

Während der Jahreshauptversammlung der Warflether Feuerwehr am 16. März 1963 war daher unter dem Vorsitz des Ortsbrandmeisters Johann Meyer beschlossen worden, im Berner Deichbezirk eine Jugendfeuerwehr zur Nachwuchssicherung zu gründen. Horst Bönning, Willi Unverricht und Fritz Stührmann wurden damit beauftragt, für das ehrgeizige Projekt Reklame zu machen, bei dem die Jugend mit Spaß, sportlichen Herausforderungen und Wissen an den aktiven Feuerwehrdienst herangeführt werden sollte.

Krawatte auf Fotos

„Rolf Stührmann hat mich auf dem Schulhof angesprochen, ob ich nicht Lust hätte, bei der Jugendfeuerwehr mitzumachen“, erinnert sich Jost Benedix. Schon damals gehörte das Kuppeln zu den Übungen für den späteren aktiven Dienst. „Unsere Warflether Jugendwehr ließ sich bei den Wettkämpfen zum Glück nie von den schlechten Platzierungen entmutigen, die wir durch unsere mit Schlüsseln anstatt mit Schnellkupplungen verbundenen Schläuche in der ersten Zeit belegten. Wir hatten immer genügend Jungen, um unsere Mannschaft komplett zu bekommen“, blickt auch der ehemalige Ortsbrandmeister Günter Flegel zurück. Er ist zwar altersbedingt ein Jahr später der Feuerwehr beigetreten. Ihr ist er aber seitdem mit genauso viel Engagement treu geblieben wie Jost Benedix.

Erinnerungen an Zeiten mit „Schlipspflicht“ auf Gruppenfotos, worauf der erste Jugendwart Horst Bönning beharrte, die ersten Helme in der Jugendfeuerwehr, die 1968 die Kappen ablösten, oder der mit einem Bollerofen beheizte Werkraum der Grundschule für die wöchentlichen Übungsabende gehörten zu den Anfangszeiten. Das Gansper Feuerwehrhaus mit Gruppenraum gab es am Gründungstag, dem 15. Mai 1963, noch nicht. Es wurde erst 1981 bezugsfertig, erinnern sich die beiden Gründungsmitglieder.

Besonders beliebt war schon vor 50 Jahren das alljährliche Zeltlager. „Spaß und gleichermaßen Kameradschaft gehören bei uns von Anfang an selbstverständlich dazu. Ohne Freude an der Sache würde niemand bei uns ehrenamtlich mitmachen. Und die Kameradschaft kann bei Einsätzen lebenswichtig sein“, sagt Günter Flegel, der 1978 für drei Jahre das Amt des Jugendwarts von Horst Bönning übernahm.

Seit 1993 auch Mädchen

Ab 1981 leitete Hermfried Bischoff acht Jahre lang die Jugendwehr und wurde von seinem Stellvertreter Jürgen Ahrens abgelöst. Nachdem 1993 auch Mädchen und Frauen in der Feuerwehr aufgenommen wurden, wurde Elke Unverricht im Jahr darauf die erste weibliche Jugendwartin in Berne. Heute ist Mirko Greitemeyer Jugendleiter. 24 Mitglieder zählt die Jugendfeuerwehr aktuell. Neben dem regulären Feuerwehrdienst gehören nicht nur die Ausbildung sondern auch eine Feuerwehr AG an der Grundschule dazu.

Am 25. und 26. Mai wird der 50. Geburtstag der Warflether Jugendfeuerwehr mit einem Festkommers in der Aula der Gansper Grundschule und einem sportlichen Wettkampf auf dem Sportplatz gefeiert.

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