OLDENBURG „Die meisten Eigentümer möchten ihre Immobilie privat verkaufen“, beobachtet Susanne Grändorf, Inhaberin von Grändorf Immobilien in Oldenburg. Grundsätzlich sei von einem Privatverkauf nicht abzuraten, wenn sich jemand dies tatsächlich zutraue. Die Diplom-Ingenieurin empfiehlt jedoch, sich im Vorfeld zu einem kostenlosen Informationsgespräch mit einem Makler zusammenzusezten und abzuklären, „ob ich das alleine kann, was ich alleine kann und wie mir gegebenenfalls ein Makler helfen kann“.

Möglich sei es, nicht den kompletten Verkauf einem Makler zu übertragen, sondern nur bestimmte Dienstleistungen von ihm einzukaufen: „Das halte ich für das Modell der Zukunft“, erklärt Grändorf, „der Makler kann jemand sein, der den privaten Verkäufer als Dienstleister unterstützt und ihm hilft, Fehler zu vermeiden.“

Bevor überhaupt mit dem Verkauf begonnen werde, müssten sich Immobilienbesitzer viele Fragen stellen und ein Konzept für den Verkauf ausarbeiten. Folgende Punkte nennt Susanne Grändorf:

Bis wann soll der Verkauf abgeschlossen sein?

Wie setze ich den Preis fest?

Wie werbe ich?

Was schreibe ich in ein Expose, welche Unterlagen – z.B. den Grundriss – füge ich bei, wie bebildere ich es werbewirksam?

Wie präsentiere ich mein Haus?

Wie stelle ich sicher, dass ich für Kaufinteressenten immer erreichbar bin? Fühle ich mich einem Ansturm von Anrufen und E-Mail-Anfragen gewachsen?

Was sage ich und was sage ich nicht auf Nachfragen zu der Immobilie?

Was muss ich bei der Besichtigung beachten? Wie sorge ich dafür, dass sich ernsthafte Interessenten tatsächlich in meine Immobilie verlieben können?

Wie unterscheide ich Immobilientouristen von echten Kaufinteressenten?

Wie handele ich einen fairen Preis aus?

Was muss ich Interessenten über die Immobilie mitteilen (Stichwort: Mängel oder Sanierungsbedarf), welche Unterlagen müssen eingesehen werden können?

Wie gehe ich sicher, dass der Käufer die Immobilie finanzieren kann (Stichwort: Bonitätsprüfung)?

Zu welchem Notar gehe ich, und welche Unterlagen benötige ich dafür?

Wann und wie erfolgt die Schlüsselübergabe?

Schon anhand dieses Fragenkatalogs könnten Immobilienbesitzer abschätzen, ob sie sich dem Privatverkauf gewachsen fühlen bzw. in welchen Punkten sie Unterstützung benötigen. Beispielsweise in der Bewertung und Ermittlung des Marktpreises: „Verkäufer setzen den Verkaufspreis gefühlsmäßig häufig zu hoch an“, meint Susanne Grändorf. Sie gingen davon aus, wieviel sie selbst bezahlt und wieviel sie reingesteckt haben, ohne den tatsächlichen Marktwert zu kalkulieren. Liege der Preis zu hoch, meldeten sich sehr viel weniger Interessenten, und die Käufersuche könne sich sehr lange hinziehen. Ein Haus zu lange anzubieten, wirke sich aber negativ aus, warnt die Maklerin: „Interessenten kennen den Markt genau – besser als die Verkäufer. Sie vemuten, dass es einen Grund geben könne, wenn sich ein Haus lange nicht verkauft.“ Sei dagegen der Preis zu niedrig angesetzt und verhandelten die Käufer noch, gehe viel Geld verloren.

Gerät der zunächst auf eigene Faust begonnene Verkauf ins Stocken, rät Grändorf ebenfalls, einen Makler zu Rate zu ziehen: „In einem Gespräch lässt sich abklären, woran es liegt. Ich muss den Verkauf trotzdem nicht ganz aus der Hand geben.“ Vorbehalte müssten Eigentümer nicht haben: „Ich gehe davon aus, dass jeder Makler immer zu einem Gespräch bereit ist.“

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