Oldenburg Als die Schlusssirene ertönt war, suchte Sebastian Machowski erst einmal das Weite. Schnurstracks marschierte der Trainer der EWE Baskets Oldenburg in die Katakomben der EWE-Arena – die obligatorische Runde durch die Halle, bei der Spieler und Trainer sich bei den Fans per Handschlag für die Unterstützung bedanken, fand am Sonnabendabend ohne Machowski statt. Der 40-Jährige war bedient, und das nicht nur ob der knappen 91:95 (41:46)-Niederlage seines Teams gegen RP Ulm, sondern vor allem aufgrund der Schiedsrichterleistungen, die an diesem Abend nicht mit dem Niveau des Spitzenspiels in der Basketball-Bundesliga Schritt halten konnten.

„Das möchte ich nicht kommentieren“, sagte Machowski rund zwanzig Minuten später auf der Pressekonferenz und verkniff sich nur mit Mühe Kritik in Richtung der drei Unparteiischen Andreas Schreiner, Mathias Rucht und Jonas Reiter, die in mehreren strittigen Situationen gegen die Baskets entschieden hatten.

Aus der Hand geglitten war den Referees die Begegnung gegen Ende des ersten Viertels: Fernab des Balles und von den Schiedsrichtern unbemerkt hatte zunächst Ulms Sebastian Betz den Oldenburger Robin Smeulders mit einem Klammergriff am Zurücklaufen gehindert, woraufhin sich Smeulders zu einem Schubser gegen seinen Gegenspieler hinreißen ließ und hierfür ein unsportliches Foul kassierte. Nach dieser Aktion, die Machowski als „dumm“ bezeichnete, war Gift im Spiel.

Beide Teams kämpften vor 3148 Zuschauern in der ausverkauften Arena verbissen um den Sieg, wobei sich die Ulmer, die Oldenburg von Rang zwei verdrängten und ihnen die erste Niederlage nach zuvor fünf Siegen in Folge beibrachten, oft cleverer anstellten als die Baskets. So sah es auch Chris Kramer, mit 21 Punkten bester Werfer seines Teams: „Die Schiedsrichter waren nicht Schuld. Wir haben einfach zu viele Fehler gemacht.“ In der Tat: Die Gastgeber hatten es selbst in der Hand, dieses hochklassige Duell für sich zu entscheiden.

So führten sie nach furiosen ersten fünfeinhalb Minuten mit 18:2, um diesen Vorsprung aber bis zum Ende des ersten Viertels nahezu vollständig zu verspielen (24:23). Danach nahmen die Gäste, bei denen Star-Center John Bryant mit 19 Punkten bester Werfer war, das Heft in die Hand und zogen auf elf Zähler davon (54:65; 27. Minute).

Doch wie Oldenburg zurückkam und sich nach dem 76:77 (34.) einen offenen Schlagabtausch mit dem Vizemeister lieferte, nötigte auch Machowski Respekt ab: „Dafür muss ich der Mannschaft ein Kompliment machen.“ Ohne Adam Chubb, Ronnie Burrell und Konrad Wysocki, die allesamt nach ihrem fünften Foul aus dem Spiel waren, hatte Rickey Paulding sieben Sekunden vor Schluss sogar die Chance zum Sieg: Doch sein Dreipunktewurf ging beim Stand von 90:92 daneben.

Entsprechend zufrieden fiel das Fazit von Ulms Trainer Thorsten Leibenath aus: „Ich bin überglücklich. Oldenburg ist eine echte Spitzenmannschaft.“ Machowski schaute trotz des Lobes seines Kollegen ziemlich zerknirscht drein. Seine Laune war an diesem Abend durch rein gar nichts mehr aufzuhellen.


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Christopher Deeken Redakteur / Sportredaktion
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