Oldenburg Seit dem Umzug von Oldenburgs Bundesliga-Basketballern in die große EWE-Arena sind die Baskets-Anhänger unzufrieden mit der Situation im Fanblock. Vier Jahre später und nach der Androhung eines Stimmungsboykotts kommt nun Bewegung in die Sache: In der kommenden Woche treffen sich Fans, Hallen-Chef Dieter Meier und Baskets-Geschäftsführerin Regina Kulms im Foyer der Arena zum Probestehen auf einem Modell einer möglichen neuen Tribüne.

Der Termin soll Aufschluss darüber geben, ob das neue Tribünensystem tatsächlich den Wunsch der Fans nach einer besseren Sicht aufs Spielfeld erfüllen kann. „Wir sind da guter Dinge“, meinte Jannik Wiggers-von Staa. Nach Auskunft des Vorsitzenden des Fanclubs „Thunder-storm“ sehen die Pläne vor, dass die ungefähr fünf Meter tiefe Tribüne künftig durch sechs statt wie bisher durch vier Podeste gestaffelt wird. Auch Geländer soll es geben.

Sollte das Stehblock-Modell den Praxistest bestehen, heißt das allerdings noch nicht, dass damit alle Hindernisse aus dem Weg geräumt sind. „Die Frage ist, wie wir das finanziell stemmen“, sagte Meier, Geschäftsführer der Weser-Ems-Hallen (WEH). Seinen Angaben zufolge würde die neue Tribüne rund 25.000 Euro kosten.

Die Baskets hatten bereits erklärt, die Hälfte der Summe zahlen zu wollen. Aufgrund der defizitären Lage der WEH wird es auf der Gesellschafterversammlung Mitte September vor allem um die Frage gehen, welchen Anteil die Stadt Oldenburg übernimmt. Die WEH ist eine Tochtergesellschaft der Stadt.

„Ich hoffe, dass in der Gesellschafterversammlung eine einvernehmliche Lösung gefunden wird“, sagte Oldenburgs Oberbürgermeister Jürgen Krogmann. „Der gute Wille ist da. Aber wir müssen sehen, wie die Kosten verteilt werden“, betonte Meier, unter dessen Vorgänger Jan Wartemann bereits vor dem Pokal-Finalturnier im April 2015 eine neue Stehtribüne angeschafft worden war, weil die erste nicht mehr den Sicherheitsstandards genügte. Kostenpunkt damals: rund 20.000 Euro.

Weil die Meinung der Fans seinerzeit nicht berücksichtigt wurde, staute sich bei den Anhängern Frust auf, der schließlich in einem Ultimatum gipfelte. Wie viele Mitglieder der Fangruppierungen „Indefessi“ und „Thunderstorm“ ihre Dauerkarte tatsächlich gekündigt haben, ist nicht bekannt. „Wir haben das nicht abgefragt“, sagte Wiggers-von Staa. Trotzdem droht eine Stimmungsflaute, wenn die Baskets Anfang Oktober ihr erstes Heimspiel der Saison 2017/18 gegen Jena bestreiten. Denn bis dahin wird die neue Tribüne auf keinen Fall stehen – bei einem positiven Votum der Gesellschafterversammlung würde es laut Meier rund sechs Wochen bis zur Umsetzung dauern. Das wäre dann Anfang November.

Oberbürgermeister Krogmann hofft, dass sich die Baskets-Anhänger noch so lange mit den Gegebenheiten im Fanblock arrangieren können: „Ich appelliere an die Fans, von einem angedrohten Stimmungsboykott abzusehen und ihr Team auch weiterhin genauso zahlreich und lautstark zu unterstützen.“

Christopher Deeken Redakteur / Sportredaktion
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