Würzburg /Oldenburg Mehr als fünf Jahre ist es her, dass die EWE Baskets Oldenburg gegen eine von Dirk Bauermann trainierte Basketball-Mannschaft spielten. An diesem Freitag endet diese Periode, wenn die Oldenburger um 19 Uhr zum Bundesligaspiel bei s.Oliver Würzburg antreten, wo Bauermann (59) seit Jahresende 2016 tätig ist.

Um zu verstehen, warum es so lange kein Duell zwischen der Bundesliga-Spitzenmannschaft Oldenburg und dem wohl bekanntesten deutschen Basketball-Trainer gab, ist ein Blick ins Jahr 2012 nötig. Am 14. Januar jenes Jahres kassierten die Baskets eine 71:102-Niederlage bei Bayern München, wo Bauermann damals tätig war. Ein dreiviertel Jahr später hätte es eigentlich ein Wiedersehen geben sollen, das aber nicht zustande kam. Denn am 27. September 2012, kurz vor Saisonbeginn, wurde Bauermann unter großem Getöse und rätselhaften Umständen beim FC Bayern entlassen. Sechs Tage später gewannen die Oldenburger unter ihrem damals neuen Coach Sebastian Machowski am ersten Spieltag hoch mit 80:61 in München. Der damals (und heute wieder) amtierende FC-Bayern-Präsident Uli Hoeneß schimpfte danach mit hochrotem Kopf in die TV-Kameras auf den kurz zuvor geschassten Bauermann. Baskets-Fans haben die Szenen noch gut im Gedächtnis.

Nach dem Rauswurf in München, der ihn offenbar tief gekränkt hatte, suchte Bauermann Abstand zu seinem Heimatland. Er erntete im Ausland jene Anerkennung, die ihm beim FC Bayern plötzlich verwehrt geblieben war. Bauermann arbeitete in Polen (Nationaltrainer), Litauen (Lietuvos Rytas Vilnius), Russland (Roter Oktober Wolgograd) und im Iran (Nationaltrainer). Als dann Ende vergangenen Jahres das Angebot aus Würzburg kam (dort war zuvor Doug Spradley entlassen worden, der inzwischen Rasta Vechta trainiert), war für den gebürtigen Oberhausener die Zeit für eine Rückkehr nach Deutschland reif.

Dass ein Trainer, der einst in Leverkusen und später in Bamberg jede Menge Meistertitel sammelte und der zudem noch Jahre lang als Bundestrainer tätig war, nicht nur den Klassenerhalt als Ziel ausgeben kann, war klar. Er wolle mit Würzburg „in den nächsten Jahren stabil in die Playoffs kommen“, sagte er bei seiner Vorstellung, langfristig solle das Team ein „berechtigter Kandidat für eine Halbfinalteilnahme“ werden. Dafür erhielt er gleich einen Vertrag bis 2020.

Kurzfristig schlägt sich die Verpflichtung des erfahrenen Mannes allerdings noch nicht in den Würzburger Ergebnissen nieder. Sechs Spiele bestritt die Mannschaft bislang unter Bauermann, dabei gab es ebenso viele Niederlagen. In der Liga belegt das Team den 15. Platz, das ist definitiv zu wenig für Bauermanns Ansprüche an die Mannschaft und an sich selbst.

In Würzburg diskutieren die Fans in den entsprechenden Foren seit Monaten darüber, dass viele Spieler offenbar nicht mit der nötigen Einstellung zu Werke gehen. Das wurde Spradley zum Verhängnis, und auch Bauermann hat den Umschwung noch nicht geschafft. Außerhalb der Kritik steht dabei Maurice Stuckey, der in der Saison 2014/15 in Oldenburg spielte. In Würzburg steht er im Schnitt 25:01 Minuten auf dem Feld.

Die Würzburger Misserfolgsgeschichte erlebte in dieser Saison auch Vladimir Mihailovic mit. Der Montenegriner kam zwölfmal zum Einsatz (und verlor dabei neunmal), ehe er Mitte Dezember nach Oldenburg wechselte.

Die Baskets um Trainer Mladen Drijencic benötigen in Würzburg zwei Punkte um die Chancen auf das Erreichen des fünften oder gar vierten Platzes zu wahren. Das Hinspiel in Oldenburg gewannen die Baskets mit 85:75.

NWZ Bundesliga-Tippspiel 20/21
Wer wird Tippspiel-König 20/21? Am besten gleich mittippen und jeden Spieltag um einen 50€-Gutschein von Möbel Weirauch spielen!

Hauke Richters Leitung / Sportredaktion
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.