Oldenburg Sein Markenzeichen sind die Büffelhörner. Wenn Nathan Boothe punktet, dann ballt der 25-Jährige seine Faust, spreizt den Daumen und den kleinen Finger zur Seite und hält sich die Hand an die Stirn. Doch auf dieses Handzeichen müssen die Fans, seine Mitspieler und Verantwortlichen der EWE Baskets Oldenburg bis auf Weiteres verzichten – so auch an diesem Sonntag (18 Uhr/große Arena) im Heimspiel gegen RP Ulm.

An Größe eingebüßt

Denn der „große weiße Büffel“, wie er liebevoll genannt wird, verletzte sich am vergangenen Sonntag im Spitzenspiel der Basketball-Bundesliga gegen Brose Bamberg (71:68) schwer. Nach einem Blockversuch kam Boothe unglücklich auf und sackte sofort zusammen. Mit schmerzverzerrtem Gesicht musste er das Parkett verlassen. Die Diagnose: Bruch des Schienbeinkopfes. Ausfalldauer: Voraussichtlich drei Monate. Was bedeutet das für die Baskets?

Für die Baskets ist der Ausfall des Power Forward mit Blick auf den Kampf um die Playoff-Plätze bitter. Der US-Amerikaner gehört mit Center Rasid Mahalbasic (2,10 Meter) und Power Forward Justin Sears (2,03 Meter) zu den großen Spielern im Kader von Trainer Mladen Drjienic. Durch die Verletzung büßen die Baskets nun Größenvorteile am offensiven wie auch defensiven Brett ein. Im Schnitt holte Boothe bisher nämlich vier Rebounds in der Liga, im Eurocup liegt sein Schnitt bei drei Rebounds. Besser ist nur Mahalbasic (Acht Rebounds).

Dazu ist Boothe eine echte Wurfmaschine. Der 25-Jährige trifft aus allen Lagen – sei es in der Zone, aus der Mitteldistanz oder auch von der Dreierlinie. Trotz seiner Größe ist Boothe zudem schnell auf den Beinen und von seinen Gegnern damit kaum zu stoppen. Mit 13,6 Punkten im Schnitt ist der US-Amerikaner hinter Rickey Paulding der zweiterfolgreichste Schütze der Oldenburger.

Emotionaler Spieler

Nicht nur in der Offensive ist Boothe ein wichtiger Bestandteil im Spiel der Baskets, sondern auch unter dem eigenen Korb. Defensiv räumt der Power Forward ebenso konsequent auf, wie er auf der anderen Seite trifft. Der neben dem Platz so ruhige, ja gerade bescheidene Boothe, explodiert förmlich auf dem Parkett – und reißt mit dieser Energie auch das Team mit.

Gegen Ulm und in den weiteren Partien müssen nun andere Spieler in die Bresche springen. So werden Sears und Philipp Schwethelm versuchen, den Ausfall von Boothe zu kompensieren. Aber auch Marcel Keßen könnte gegen die Ulmer in den Fokus rücken. Der 22-Jährige kam in dieser Saison allerdings nicht über Kurzeinsätze hinaus – gegen die Baden-Württemberger könnte er am Sonntag seine Chance erhalten.

Möglich ist auch eine kleine Aufstellung mit Paulding und Robin Amaize (beide 1,96) auf der Position von Boothe – je nachdem, was die Gäste im Laufe des Spiels aufbieten.

Niklas Benter Redakteur / Sportredaktion
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