Oldenburg Die Enttäuschung nach dem Aus im Basketball-Eurocup war den Spielern und Verantwortlichen kurz nach der Schlusssirene anzusehen. „Eine Niederlage mit 25 Punkten ist schwer wegzustecken“, sagte Karsten Tadda nach dem 72:97 (38:56) seiner EWE Baskets Oldenburg gegen Promitheas Patras. Durch die ernüchternde Vorstellung gegen die Griechen verpasste die Mannschaft von Trainer Mladen Drijencic am Dienstag den erstmaligen Einzug ins Viertelfinale des Eurocup.

„Aber wir können auf die gesamte Saison im Eurocup stolz sein“, schob Tadda hinterher. In die gleiche Kerbe schlug auch sein Coach: „Die Gäste waren heute deutlich besser als wir, aber die Bundesliga und die Stadt Oldenburg können auf unsere Saison im Eurocup stolz sein.“ Alles in allem zeigten die Oldenburger auf dem internationalen Parkett überzeugende Leistungen – mit Ausbrüchen nach oben, aber auch nach unten.

„Wir haben gezeigt, dass wir in diesem hochkarätig besetzten Wettbewerb mit internationalen Spitzen-Teams mithalten können“, sagte Clubboss Hermann Schüller. Immerhin zählen die Baskets nun zu den 34 besten Clubs in Europa – nimmt man die 18 Teams aus der Euroleague mit dazu. „Allerdings muss man auch anerkennen, dass gegen einige Kontrahenten, die mit deutlich höheren Budgets ausgestattet sind, mitunter dann auch an gewissen Tagen nichts auszurichten ist. Dennoch ziehen wir eine äußerst positive Bilanz. Wir haben Oldenburg ans internationale Gleis angelegt und den Fans Spitzen-Basketball mit einigen denkwürdigen Europapokal-Abenden geliefert“, freute sich Schüller.

Dies schlug sich auch in den Zuschauerzahlen nieder. Denn die Oldenburger stellten gleich zwei Club-Rekorde auf der internationalen Bühne auf. Gegen Patras strömten 5750 Zuschauer in die große EWE-Arena – Rekord. Die alte Bestmarke von 4104 Zuschauern stammt noch aus dem Jahr 2009 in der Euroleague gegen Real Madrid. Insgesamt sahen knapp 25 000 Zuschauer in der kleinen und großen Arena die acht Heimspiele in der Hauptrunde und in der Top-16-Gruppenphase. Mit 3089 Besuchern pro Partie ist das der beste Schnitt in der bisherigen Club-Geschichte.

Umso bitterer ist es daher, dass die Reise gegen die Griechen nun endete. Vor allem, weil die Baskets die Chance auf das Viertelfinale weitestgehend in der eigenen Hand hatten. Doch gegen Patras war das Drijencic-Team von Beginn an im Hintertreffen. Ein Sieg und damit ein mögliches Weiterkommen war spätestens nach der ersten Halbzeit in weite Ferne gerückt.

Für Trainer Drijencic spielte die körperliche Verfassung seiner Spieler dabei eine Rolle: „Ich hätte mir ein besseres Spiel von uns gewünscht, aber wir hatten nicht die nötige Energie. Man hat gesehen, was 24 Stunden mehr Regeneration auf diesem Level bedeuten. Patras hat deutlich mehr Tempo und Intensität auf das Parkett gebracht, zudem hat man gemerkt, dass uns die verletzten Spieler einfach gefehlt haben.“

Die Baskets waren am vergangenen Sonntag in der Bundesliga bei Bayern München (58:79) gefordert, die Gäste aus Griechenland spielten bereits am Samstag in der heimischen Liga – allerdings hatten die Oldenburger keinen Anreisestress.

Vielmehr war es wohl die dünne Personaldecke, die letztlich den Ausschlag gegeben hatte. Denn die Baskets waren auf den sogenannten großen Positionen unterlegen. Drijencic fehlten in Nathan Boothe und Justin Sears verletzungsbedingt zwei große Spieler. Die Nachverpflichtungen Filip Stanic und Ian Hummer, die ebenfalls auf den großen Positionen eingesetzt werden, waren im Eurocup nicht spielberechtigt. Dazu musste auch Armani Moore, wie schon gegen die Bayern, verletzungsbedingt passen. Rasid Mahalbasic und Marcel Keßen standen der griechischen Übermacht an den Brettern teilweise hilflos gegenüber (Rebounds 24:41).

Die Baskets können sich nun voll und ganz auf die Bundesliga konzentrieren. Am kommenden Sonntag empfangen die Oldenburger zuhause Rasta Vechta (16.30 Uhr/große Arena) zum Nordwest-Derby.

Niklas Benter Redakteur / Sportredaktion
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