Oldenburg Als Geburtstagskind Rickey Paulding am Mittelkreis der großen EWE-Arena fleißig Autogramme schrieb, zauberten die Schüler der Französischen Schule Hamburg dem Kapitän der EWE Baskets Oldenburg, der am Mittwoch 37 Jahre alt wurde, ein Lächeln ins Gesicht. Spontan stimmten sie nämlich ein Geburtstagsständchen an. Es war nicht das erste Mal an diesem Tag, dass der Basketball-Profi Grund zur Freude hatte.

Zuvor hatten er und seine Mannschaftskollegen ihre bisher beste Saisonleistung abgerufen. 40 Minuten lang überzeugten die Baskets beim 91:78-Erfolg über den spanischen Spitzenclub Unicaja Malaga – und feierten im vierten Anlauf vor lediglich 2305 Zuschauern ihren ersten Sieg im Eurocup.

„Ich bin sehr glücklich. Wir sind gegen ein europäisches Top-Team in einen Rhythmus gekommen und haben deshalb gewonnen“, sagte Oldenburgs Trainer Mladen Drijencic: „Unser Team wächst von Spiel zu Spiel, spielt härter und cleverer. Wir haben heute unseren Basketball gespielt.“ Durch den Sieg kletterten die Baskets in der Tabelle der Gruppe D auf Platz fünf – die ersten vier Teams schaffen den Sprung in die nächste Runde.

Gegen Malaga haben die Oldenburger das gezeigt, was sie in den vergangenen Wochen oft haben vermissen lassen – Konstanz. Das Drijencic-Team agierte die gesamte Spielzeit über konzentriert und war in den entscheidenden Phasen hellwach. Die Spanier kamen mit der konsequenten Spielweise der Baskets nie wirklich zurecht. Zeitweise führten die Oldenburger mit 24 Punkten und ließen die Gäste bis auf die letzten Minuten nie zur Entfaltung kommen.

„Es war ein großartiger Teamerfolg mit fünf Spielern, die zweistellig gepunktet haben. Wir haben über die gesamte Partie hart und mit Energie gespielt“, freute sich Justin Sears, der gegen Malaga ein starkes Spiel machte und auf 14 Punkte kam. Braydon Hobbs war mit 18 Zählern erfolgreichster Schütze bei den Baskets. Dazu kamen ebenso Rasid Mahalbasic (12), Karsten Tadda und Kevin McClain (beide 10) auf zweistellige Werte.

Mit dem Sieg hat Oldenburg jedenfalls ein deutliches Signal an seinen nächsten Gegner in der Bundesliga gesendet. An diesem Sonntag (15 Uhr) tritt die Mannschaft von Drijencic bei den Gießen 46ers an. Die Hessen um Trainer Ingo Freyer sind nach drei Spielen in der Bundesliga noch ohne Sieg und rangieren auf dem 15. Rang. Und auch aus dem Pokal-Wettbewerb haben sich die Gießener um Center John Bryant bereits verabschiedet. Die Partie gegen die selbstbewussten Oldenburger kommt für die punktlosen 46ers nun also zur Unzeit. Die Baskets hingegen können den Schwung mitnehmen und sich mit einem Sieg in der Spitzengruppe der Bundesliga festsetzen.

Niklas Benter Redakteur / Sportredaktion
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