Oldenburg Nathan Boothe, Philipp Schwethelm, Rasid Mahalbasic, Rickey Paulding und Justin Sears: Beim ungefährdeten 83:78 (50:38)-Heimsieg der EWE Baskets Oldenburg gegen die Riesen Ludwigsburg drückten besonders diese fünf Basketball-Profis vor 5823 Zuschauern in der großen EWE-Arena der Partie ihren Stempel auf. Denn gerade auf den großen Positionen hatte der Bundesligist am Samstagabend seine Vorteile – die er eiskalt ausspielte.

„Wir hatten ein Riesenproblem gegen Oldenburgs Vierer. Boothe und Schwethelm haben zusammen 40 Punkte gemacht. Die beiden waren schwer zu stoppen“, musste auch Ludwigsburgs Trainer John Patrick neidlos anerkennen. Mit der Vier ist der Power Forward gemeint. Dort und auch auf der Centerposition hatten die Oldenburger spielerische und körperliche Vorteile. „Ludwigsburg ist eine schnelle Mannschaft, die schnellen Basketball spielt“, erklärte Baskets-Trainer Mladen Drijencic, dessen Matchplan sich daher auf die großen Positionen konzentrierte: „Diese Missmatches muss man dann ausnutzen.“ Kapitän Paulding (9 Punkte) und Sears (8) verpassten zudem knapp eine zweistellige Punktzahl.

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„Der Sieg war sehr wichtig, deswegen ist es auch eine große Erleichterung“, sagte Schwethelm, der mit 15 Punkten seinen Bestwert aus der vergangenen Saison (8,1 Punkte) übertrumpfte: „Gerade gegen die direkten Konkurrenten wie Ludwigsburg, das sind die Spiele, die wir zuhause unbedingt gewinnen müssen.“

Mit einem Blitzstart eröffneten die Baskets die ersten zehn Minuten (8:2/3. Minute). So verteidigte der etwas kleinere und schmächtigere Hans Brase Oldenburgs Ausnahme-Center Mahalbasic (10) in den Anfangsminuten. Der 26-Jährige Ludwigsburger bekam den Österreicher allerdings nicht in den Griff. Ein ums andere Mal agierte Mahalbasic mit dem Rücken zum Korb, drehte sich um seinen Gegenspieler herum, zog zum Korb und punktete. Anschließend durfte Jonas Wohlfarth-Bottermann sein Glück versuchen. Der 29-Jährige konnte Mahalbasic effektiver vom Korb weghalten, dafür ließ der Oldenburger dann eben seine Fähigkeiten als Passgeber aufblitzen. Bis zur Halbzeit sammelte der 28-Jährige sieben Assists, am Ende waren es elf. Ohnehin bewegten die Baskets den Ball sehr effektiv. 30 Assists standen nach Spielschluss zu Buche, bei Ludwigsburg waren es gerade einmal elf.

Nachdem die Gäste den Beginn zunächst verschlafen hatten, fand Ludwigsburg in die Partie (8:7/4.). Und so ging es mit einer knappen Drei-Punkte-Führung für die Baskets in den zweiten Abschnitt (25:22).

Im zweiten Viertel erhöhten die Baskets noch einmal das Tempo und gingen schließlich mit einer Zwölf-Punkte-Führung in die Kabine (50:38). Und dann folgte der Auftritt von Boothe.

Denn nach der Halbzeitpause verloren die Oldenburger kurzzeitig den Faden. Ludwigsburg kam auf sechs Zähler heran (50:44/23.). Doch nach dem Stotterstart fanden die Baskets zurück in die Spur. Besonders Boothe (25 Punkte) lief nun gegen die Barockstädter heiß – allein im dritten Viertel erzielte er zwölf Punkte. Mit einer komfortablen Führung ging es ins Schlussviertel (68:55). „In den letzten zwei Spielen hat er ein bisschen Pech in seinen Abschlüssen gehabt. Ich bin sehr glücklich, dass er sein Selbstbewusstsein wiedergefunden hat“, freute sich Trainer Drijencic. Ein Schrecksekunde gab dann kurz vor Ende des dritten Abschnittes: Nick Weiler-Babb verletzte sich nach im Zweikampf mit Schwethelm am Knöchel. Nach einer längeren Unterbrechung wurde der Ludwigsburger unter Beifall vom Platz getragen. Eine Diagnose der vermutlichen Bänderverletzung steht noch aus.

Im letzten Abschnitt kamen die Gäste dann noch einmal ran, auch weil die Baskets zu früh den Fuß vom Gas nahmen. „Das Ergebnis gibt nicht unbedingt den Spielverlauf wieder. Sowohl offensiv als auch defensiv haben wir über weite Strecken das Spiel kontrolliert“, sagte Drijencic: „Das war ein Schritt in die richtige Richtung.“

Durch den Sieg sind die Baskets nach drei BBL-Spielen weiterhin ungeschlagen – anders als im Eurocup, wo Oldenburg bisher zwei Niederlagen hinnehmen mussten. An diesem Mittwoch (19.30 Uhr) bereits können die Oldenburger bei Dolomit Trento ihre Eurocup-Bilanz aufbessern.

Niklas Benter Redakteur / Sportredaktion
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