Oldenburg /Bonn Sollte sich Mladen Drijencic gleich zu Beginn der Länderspielpause vor zwei Wochen einen Plan für das nächste Spiel der EWE Baskets zurechtgelegt haben, dürfte dieser inzwischen mit großer Wahrscheinlichkeit im Papierkorb gelandet sein. Denn bei den Baskets Bonn, wo die von Drijencic trainierten Oldenburger an diesem Sonntag (15 Uhr/Sport 1) antreten, hat sich in den vergangenen 14 Tagen einiges getan.

Die Bonner nutzten die spielfreie Zeit in der Basketball-Bundesliga und schlugen gleich zweimal auf dem Transfermarkt zu – sowohl der kanadische Guard Olivier Hanlan als auch der serbische Center Stefan Bircevic sollen bereits im Duell der alten Rivalen am Sonntag zum Einsatz kommen. „Die zwei neuen Spieler machen es nicht leichter, sich auf Bonn einzustellen“, räumte Drijencic ein.

Der 25-jährige Hanlan kam als Ersatz für Shane Gibson, dessen Kurzzeitvertrag ausgelaufen war, und soll dem bisweilen schleppenden Spielaufbau der Bonner neue Impulse verleihen. Mit der Verpflichtung von Bircevic reagierten die Rheinländer auf den langfristigen Ausfall ihres etatmäßigen Centers Charles Jackson. Der zu Saisonbeginn stark aufspielende 28-jährige US-Amerikaner hat sich eine komplizierte Fußverletzung zugezogen und wird wahrscheinlich drei bis vier Monate fehlen.

In Bircevic fanden die Bonner aber einen durchaus hochkarätigen Ersatz. Der 28-Jährige ist aktueller Nationalspieler Serbiens, einer der führenden Basketball-Nationen Europas. Bircevic hatte mit den Serben jeweils Silber bei der WM 2014, bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio und bei der EM 2017 gewonnen. Am vergangenen Montag steuerte er acht Punkte und sechs Rebounds zum 84:61-Erfolg im WM-Qualifikationsspiel gegen Griechenland bei.

Auf die Oldenburger wartet im Klassiker gegen Bonn unterm Korb somit eine echte Herausforderung, auch aus taktischer Sicht: Denn Bircevic ist anders als Jackson kein klassischer Brett-Center, sondern weicht auch gern einmal an die Dreierlinie aus. „Stefan ist ein erfahrener Spieler mit internationaler Erfahrung, er wird uns sicher helfen“, sagte Bonns Coach Predrag Krunic.

Oldenburgs Meistertrainer von 2009 hat zum Wiedersehen mit seinem Ex-Club also zwei neue Asse im Ärmel. Ob die Zugänge nach erst wenigen Trainingseinheiten auch sofort stechen werden, bleibt indes abzuwarten. Eine verlässliche Größe im bislang vor allem auf den Distanzwurf ausgelegten Bonner Spiel ist auch in dieser Saison Josh Mayo. Der mit 1,81 Meter eher kleine US-Amerikaner zieht wie in den vergangenen zwei Jahren die Fäden im Krunic-Team, erzielt 13,2 Punkte pro Partie und trifft dabei 52,1 Prozent seiner Dreier. Neben ihm bieten die Rheinländer in Ra’Shad James einen der explosivsten Shooting Guards der Liga auf. Der 28-Jährige erzielt 17,1 Punkte im Schnitt und trifft ebenfalls starke 41,5 Prozent von der Dreierlinie.

„Mayo, James und nun auch Hanlan müssen wir kontrollieren“, weiß Drijencic, der in Karsten Tadda aber einen absoluten Spezialisten für anspruchsvolle Defensiv-Aufgaben in seinen Reihen hat. Der deutsche Nationalspieler war zuletzt wie Rasid Mahalbasic (Österreich) und Vojdan Stojanovski (Montenegro) auf Länderspiel-Reisen.

Am Sonntag kommt es zur wettbewerbsübergreifend 60. Begegnung zwischen Bonn und Oldenburg. Den drittplatzierten Gästen bietet sich dabei die Gelegenheit, den Vorsprung auf die derzeit achtplatzierten Bonner auf sechs Minuspunkte zu vergrößern.

Christopher Deeken Redakteur / Sportredaktion
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