Newcastle Die unnötige 73:81-Niederlage gegen Basketball-Außenseiter Großbritannien wurmte Bundestrainer Henrik Rödl. Lange beschäftigen wird sie den Nationalcoach aber nicht. Denn mit Blick auf das große Ziel Olympia, das nach der verkorksten WM in China im vergangenen Jahr nun im Juni beim Qualifikationsturnier in Kroatien erreicht werden soll, hatte die Begegnung in Newcastle am Montagabend keinerlei Aussagekraft.

Schließlich fehlten wie schon beim überraschenden 83:69-Sieg gegen Frankreich in der EM-Qualifikation drei Tage zuvor in Vechta sämtliche NBA-Profis und die Spieler der deutschen Euroleague-Clubs Bayern München und Alba Berlin.

Das soll und wird sich im Sommer ändern. Kapitän Robin Benzing ist gesetzt, auch der Ulmer Andreas Obst, in Newcastle mit 24 Punkten bester deutscher Werfer, hat gute Chancen. Die übrigen Spieler – dazu werden wohl auch Robin Amaize (EWE Baskets Oldenburg), Philipp Herkenhoff (Rasta Vechta) und Debütant Jan Niklas Wimberg (Niners Chemnitz/2. Liga) zählen – dürften eher nicht dabei sein, wenn die deutsche Auswahl vom 23. Juni bis 28. Juni den miserablen 18. Platz der WM 2019 vergessen machen und sich nachträglich doch noch für die Spiele in Tokio qualifizieren will.

„Es war eine super Erfahrung und ich bin dankbar, dass ich überhaupt die Möglichkeit bekommen habe, mich umzuziehen“, sagte der gebürtige Oldenburger Wimberg, der gegen Frankreich noch pausierte und in Newcastle 2:54 Minuten Nationalmannschaftsluft schnuppern durfte. Punkte erzielte er dabei keine: „Natürlich hätte ich mir gewünscht, mehr zu spielen. Aber ich hoffe, dass ich mir in Zukunft mehr Spielzeit erarbeiten kann.“

Neben dem 24-Jährigen, der für Oldenburg und später für die Eisbären Bremerhaven in der Bundesliga spielte, stand auch Vechtas Herkenhoff am Montag im Kader. Wie schon gegen Frankreich bekam der 20-jährige Flügelspieler vom Bundestrainer erneut viel Spielzeit zugesprochen. 15:19 Minuten stand Herkenhoff auf dem Parkett und verwandelte dabei einen Wurf von der Dreierlinie. Nicht im Aufgebot war hingegen Amaize. Der 26-jährige Baskets-Profi setzte wie Leon Kratzer (Frankfurt Skyliners) gegen Großbritannien aus. Dafür rückten Wimberg und Joshua Obiesie (s.Oliver Würzburg) ins Team.

„Es war aber auf jeden Fall eine gute Erfahrung für unsere vielen jungen Spieler, die natürlich Fehler machen, aber daraus lernen werden“, zog Rödl ein kurzes Fazit nach dem internationalen Ansprüchen kaum genügenden Spiel gegen die zweitklassigen Briten. Ab sofort wird der seit dem China-Debakel weiterhin unter Beobachtung stehende Bundestrainer seinen Fokus auf die Olympia-Quali und vor allem auf die Frage richten, wie der Kader dann aussieht.

Eigentlich will der Ex-Nationalspieler bereits Ende Mai mit der Vorbereitung beginnen. Das Problem: Die Playoffs in der NBA und in der Bundesliga sind dann noch in vollem Gange.

Rödl steht also vor wichtigen Wochen – weitaus wichtiger als die Pleite in Newcastle, zumal Deutschland als Teil-Gastgeber der EM 2021 eh schon qualifiziert ist.

Niklas Benter Redakteur / Sportredaktion
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