Ludwigsburg Es gehört zu den Ritualen einer jeder Mannschaft in der Basketball-Bundesliga, sich nach einer Partie noch einmal kurz in einem Rund aufzustellen. Auch am Samstagabend bildeten sich nach Ertönen der Schlusssirene in der Ludwigsburger Arena zwei Spieler-Kreise auf dem Parkett, an denen sich leicht erkennen ließ wie die Begegnung zwischen den Riesen Ludwigsburg und den EWE Baskets Oldenburg verlaufen war.

Während bei den Oldenburgern fleißig geflachst und abgeklatscht wurde, standen wenige Meter die Ludwigsburger Profis zusammen und lauschten mit hängenden Köpfen den Worten ihres Trainers John Patrick. Ludwigsburgs Coach hatte reichlich Zeit gehabt, um sich seine Ansprache zurechtzulegen, denn die fünfte Pflichtspielniederlage in Folge seiner Mannschaft hatte sich schon weit vor Spielschluss abgezeichnet.

Nach einem ausgeglichenen ersten Viertel waren die Oldenburger dem kriselnden Playoff-Halbfinalisten der Vorsaison in allen Belangen überlegen und bejubelten nach einem in dieser Deutlichkeit nicht zu erwartenden 85:67 (46:31)-Auswärtserfolg den dritten Sieg im dritten Ligaspiel. Sieht man vom überraschenden Pokal-Aus gegen Jena ab, haben die Baskets einen echten Traumstart in diese Saison hingelegt – entsprechend zufrieden war Trainer Mladen Drijencic.

Statistik zum Spiel

Ludwigsburg Crawford 8 Punkte, Best 2, McCray 5/1 Dreier, Klassen 10, Klein 2, Waleskowski 2, Jones 4, Hill 14/2, Martin 18/1, Jallow 2. Oldenburg Cummings 16, Massenat 16/3, Stojanovski 13/1, Schwethelm 13/2, Paulding 12/2, Tadda 5/1, Mahalbasic 5, Boothe 5, Keßen. Rebounds Ludwigsburg 38/Oldenburg 40. Steals Ludwigsburg 5/Oldenburg 14. Ballverluste Ludwigsburg 21/Oldenburg 12.

„Die Art und Weise wie wir uns hier präsentiert haben, macht mich stolz. Das war eine sehr gute und auch konzentrierte Leistung“, sagte Drijencic. Aus einer abgeklärt und homogen auftretenden Oldenburger Mannschaft, in der fünf Spieler zweistellig punkteten, ragte wieder einmal Will Cummings heraus. Mit 16 Zählern war der Spielmacher zusammen mit Frantz Massenat bester Werfer der Gäste, glänzte aber überdies noch mit acht Vorlagen und sechs Rebounds. „Wir haben eine super Teamleistung gezeigt“, meinte Cummings.

Der Point Guard der Hausherren, Jordon Crawford, blieb hingegen vor 3045 Zuschauern blass. Der 1,68 Meter kleine Wirbelwind der Ludwigsburger, die auf ihren Star-Center Trevor Mbakwe verzichten mussten (Gehirnerschütterung), wurde von Oldenburgs Defensivspezialist Karsten Tadda abgemeldet. Generell lag der Schlüssel zum Baskets-Sieg in der starken Verteidigung: Immer wieder klauten die Baskets den Ludwigsburgern den Ball, zwangen die Gastgeber zu Fehlpässen oder schlechten Entscheidungen und kamen so zu vielen leichten Punkten im schnellen Umschaltspiel.

Besonders im zweiten Viertel zermürbten die Baskets den Gegner auf diese Weise und zogen binnen drei Minuten auf 40:28 davon (17.). Die Baskets hatten die Partie fortan klar im Griff, Tadda sorgte kurz nach der Pause per Dreier zum 53:31 für die höchste Führung der Oldenburger, die bis zum Ende konzentriert blieben und nie mehr in Gefahr gerieten.

Christopher Deeken
Redakteur
Sportredaktion

Weitere Nachrichten:

EWE Baskets Oldenburg

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.