Oldenburg Die Geschichte der EWE Baskets Oldenburg und ihrer Spielmacher ist eine ziemlich komplizierte. Um dies zu verdeutlichen, genügt eine Aufzählung von Basketball-Profis, die in der jüngeren Vergangenheit als Point Guard für den Bundesligisten aufliefen: Bobby Brown, Tywain McKee, Casper Ware, Scott Machado.

Sie alle sind mit reichlich Talent gesegnet, sie alle kamen mit großen Vorschusslorbeeren nach Oldenburg – und sie alle konnten die Erwartungen nicht erfüllen. Die Gründe sind vielfältig und reichen von übertriebenem Eigensinn, fehlender Disziplin bis zu Verletzungsproblemen. Fakt ist: Die Baskets haben bei der Besetzung der wichtigsten Position im Basketball seit dem Ende der Ära Jason Gardner im Jahr 2010 ziemlich oft daneben gegriffen.

Frantz Massenat kann für all dies nichts. Und doch wird man mit Beginn der kommenden Saison ganz genau hinschauen, ob es dem 24-Jährigen gelingt, die Oldenburger Dauerbaustelle zu schließen. Die Verantwortlichen scheinen jedenfalls überzeugt davon und statteten den Zugang vom Absteiger Mitteldeutscher BC Weißenfels im Sommer gleich einmal mit einem Dreijahresvertrag aus. „Ich bin sehr glücklich über dieses Vertrauen. Es ist ein gutes Gefühl, zu wissen, dass man langfristig mit mir plant“, meint Massenat zu der für Basketballverhältnisse ungewöhnlich langen Laufzeit seines Kontrakts.

Der höfliche und zurückhaltende US-Amerikaner mit familiären Wurzeln auf Haiti wirkt im Gespräch wie das Gegenteil einiger seiner extrovertierten und launischen Spielmacher-Vorgänger. Forsche Töne in eigener Sache vermeidet der in New Jersey geborenen Massenat, der lieber über die Qualität seiner neuen Teamkollegen spricht: „Das ist hier ein ganz anderes Level als beim MBC. Hier gibt es sehr viele sehr gute Spieler. Mich wird das aber in meiner Entwicklung weiterbringen.“

Bescheidene Worte für jemanden, der sich schon in seinen ersten zwei Profijahren in die Notizblöcke vieler Clubs spielte und über den Baskets-Manager Srdjan Klaric bei seiner Verpflichtung ins Schwärmen geriet. „Man sieht selten einen Spieler, der in der Offensive und Defensive gleich stark ist. Frantz hat das Potenzial, der beste Verteidiger in der BBL zu werden. Zudem kreiert er auch für andere Spieler und ist nicht nur Scorer. Er verfügt über eine hohe Arbeitsethik und einen guten Charakter“, beschrieb Klaric die Vorzüge des neuen Aufbauspielers, der in der vergangenen Saison für Weißenfels im Schnitt 13,2 Punkte erzielte und 5,2 Assists verteilte. Zahlen, die belegen, dass Massenat nur privat ein ruhiger Vertreter ist.

Taktisch muss sich der US-Amerikaner bei den Baskets allerdings umstellen. Drei Wochen vor dem Saisonstart gegen Bayern München am 24. September habe er noch nicht alle Offensiv-Systeme verinnerlicht, wie er einräumt. „Das kommt noch. Frantz zieht super mit“, sagt Trainer Mladen Drijencic, der nichts unversucht lässt, um seinem Spielmacher die Eingewöhnung im neuen Team zu erleichtern. So ordnete er an, dass sich Massenat im Trainingslager in Zlatibor ein Zimmer mit Mannschaftskapitän und Baskets-Urgestein Rickey Paulding teilte.

Als integrationsfördernd erweist sich auch Drijencic selbst. „Mladen ist immer gut drauf und mit Spaß bei der Sache. Das hilft mir unheimlich“, sagt Massenat.

Christopher Deeken Redakteur / Sportredaktion
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