Köln Die Basketball-Bundesliga (BBL) erwägt im Falle einer Fortsetzung der seit Mitte März unterbrochenen Saison Spiele an nur wenigen Orten. „Wenn wir die Saison beenden, dann sicher nur an einigen Hubs“, sagte BBL-Geschäftsführer Stefan Holz am Donnerstag (der Begriff „Hubs“ kann mit „Zentren“ übersetzt werden). Wegen der Folgen der Corona-Krise sei eine Durchführung des regulären Spielplans „mit Reisen quer durch die Republik“ nicht denkbar: „Man würde sich dann wohl einen Ort im Norden, einen in der Mitte und einen im Süden Deutschlands suchen“, sagte Holz.

Welche Orte das sein würden, steht offenbar noch nicht fest. Das sei ein mögliches Szenario von mehreren, die auf der nächsten virtuellen Tagung aller Bundesliga-Clubs Ende April besprochen werden, teilten die EWE Baskets Oldenburg auf Anfrage mit. Dann soll entschieden werden, ob – und wie – die Spielzeit beendet werden kann oder abgebrochen werden muss.

Sollte weitergespielt werden, müssten zwei Wochen Quarantäne für die zurückkehrenden Spieler und zwei Wochen Vorbereitung berücksichtigt werden, erklärte Holz. Er betonte zudem, dass es keine Überraschung gewesen sei, dass die Spiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden müssten. Das sei den Verantwortlichen nicht erst seit der Ankündigung von Bundeskanzlerin Angela Merkel am Mittwoch, dass in Deutschland bis zum 31. August alle Großveranstaltungen verboten sind, klar gewesen. Die Frage sei nun, wie das „komplexe Thema“ Geisterspiele umsetzbar sei.

Die BBL-Verantwortlichen planen im Fall von Geisterspielen mit rund 80 bis 100 Personen bei den Partien. Eine große Herausforderung seien die Hygienevorschriften und die dann notwendigen Testverfahren für alle Beteiligten. „Das wäre sicherlich der größte Kostenpunkt“, sagte Holz.

Indes haben 19 Vereine eine Lizenz für die neue Spielzeit in der Bundesliga beantragt. Neben den 17 aktuellen Erstligisten reichten auch die beiden Zweitliga-Clubs Chemnitz 99ers und Eisbären Bremerhaven ihre Unterlagen ein, erklärte Holz am Donnerstag. Chemnitz und Bremerhaven hatten die inzwischen abgebrochene Saison in der ProA auf den ersten beiden Plätzen beendet und damit das sportliche Aufstiegsrecht erworben.

Wegen der wirtschaftlichen Unsicherheiten durch die Corona-Krise hatte die BBL entschieden, zentrale Punkte des Lizenzierungsverfahren auszusetzen. Unter normalen Umständen wäre es für die Eisbären in finanzieller Hinsicht schwer geworden, eine Lizenz für die Erste Liga zu bekommen. So rechnet sich Bremerhaven aber Chancen aus.

„Anhand der Zahlen der letzten Monate, die wir vorgelegt haben, erkennt man, dass sich unsere finanzielle Lage vor dem Eintritt der Krise positiv entwickelt hatte“, sagte Eisbären-Geschäftsführer Nils Ruttmann: „Wir hoffen, dass der Gutachterausschuss den Konsolidierungskurs honorieren wird.“

Mathias Freese Redakteur / Sportredaktion
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