Frankfurt /Oldenburg Die Beschäftigung mit dem kommenden Gegner dürfte Mladen Drijencic diesmal mehr Kopfzerbrechen als sonst bereiten. Der Trainer der EWE Baskets Oldenburg empfängt mit seiner Mannschaft an diesem Samstag (20.30 Uhr/große EWE-Arena) die Frankfurt Skyliners – und die gleichen in der bisherigen Saison einer Wundertüte.

National pfui, international hui: So lassen sich die Leistungen der Hessen bislang zusammenfassen. Erst am Mittwochabend lieferten Frankfurts Basketballer einen eindrucksvollen Beleg ihrer Wankelmütigkeit, als sie nur drei Tage nach der desolaten Vorstellung bei der 64:72-Heimniederlage in der Bundesliga gegen Göttingen einen Gala-Auftritt auf europäischem Parkett hinlegten und den montenegrinischen Club Mornar Bar im Eurocup-Gruppenspiel mit 98:75 aus der Halle fegten.

„Wir haben von Anfang an eine Reaktion gezeigt und das starke Anfangstempo bis zum Ende durchziehen können“, meinte Jonas Wohlfarth-Bottermann, der sich mit seinen Teamkollegen am Sonntag noch in der Kabine eine kräftige Standpauke von Trainer Gordon Herbert anhören musste. Herbert hatte nach der Pleite gegen Göttingen von einer „beschämenden“ Leistung seiner Mannschaft gesprochen und völlig genervt erklärt, dass er nach solchen Spielen am liebsten mit dem Trainerjob aufhören wolle.

Für Herbert war es „eines der schlechtesten Spiele, an dem ich jemals beteiligt war“. Und das will was heißen: Der 59-jährige Kanadier betreut die Hessen bereits seit 2013 und war auch zuvor (2001 bis 2004 und 2010 bis 2011) schon zweimal bei den Skyliners angestellt. Seit Kurzem zählt Herberts Sohn Daniel zum Team der Assistenztrainer.

Im Sommer hatten die Frankfurter forsche Saisonziele formuliert. „Wir wollen unter die ersten Vier in der regulären Saison, in die zweite Runde des Eurocups und den Pokal gewinnen“, sagte Herbert damals, um lächelnd hinterherzuschieben: „Das sind die Ziele der Spieler.“ Kapitän Quantez Robertson, seit 2009 ununterbrochen im Club, sprach gar von der Meisterschaft: „Ich habe das Gefühl, dass wir eine reelle Chance auf den Titel haben.“

Bislang allerdings haben die Frankfurter Korbjäger ihren mutigen Worten noch keine Taten folgen lassen. Während man im Eurocup mit drei Siegen aus vier Spielen gut dasteht und auch im Pokal durch einen Erfolg über Ulm das Viertelfinale erreicht wurde, gelang in der BBL erst ein glücklicher Sieg in Vechta.

Das Selbstbewusstsein der Hessen hat jedoch unter dem schwachen Ligastart nicht gelitten. Gegen Mornar Bar brannten die Frankfurter ein Offensiv-Feuerwerk ab, schon zur Halbzeit hatten sie 63 Punkte erzielt. Überragend dabei war Zugang Brady Heslip, der sechs Dreier versenkte. „Wenn wir an diese Leistung anknüpfen können, sehe ich auch gute Chancen, in Oldenburg zu bestehen“, meinte der mit 16 Punkten ebenfalls starke Wohlfarth-Bottermann anschließend. Sein Teamkollege Richard Freudenberg meinte gar: „Wenn wir so weitermachen, sind wir schwer zu schlagen.“

Christopher Deeken
Redakteur
Sportredaktion

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