BRAUNSCHWEIG Lange schon war die Volkswagenhalle am Mittwochabend in Braunschweig leer, als Jason Gardner noch gedankenverloren im Dunkeln saß und darüber nachsann, was gerade passiert war. Der hohe Favorit und noch amtierende deutsche Basketballmeister EWE Baskets Oldenburg hatte soeben beim Liga-Achten Phantoms Braunschweig das vierte Spiel 76:78 verloren und war damit im Viertelfinale der Playoffs gescheitert. Und Kapitän Gardner wusste, dass er kaum etwas dazu beigetragen hatte, dies zu verhindern.

„Das Aus ist bitter. Das müssen wir erst einmal sacken lassen“, sagte ein schmallippiger Baskets-Geschäftsführer Hermann Schüller, nachdem Team und Verantwortliche für 30 Minuten nach dem Spiel in der Kabine abgetaucht waren .

Keine Impulse von außen

Das jähe Aus im Kampf um den Titel war zwar nach dem vierten Spiel gekommen. Angebahnt hatte es sich allerdings bereits in den beiden Begegnungen zuvor, in denen die Oldenburger nicht nur unmotiviert auftraten, sondern auch von der Bank her keine Wege und Mittel gefunden wurden, um die bis in die Haarspitzen motivierten Gegner in die Knie zu zwingen.

Zu sehr vertraute Trainer Predrag Krunic auf die individuellen Stärken, zu sehr auf die Wurfstärke aus der Distanz. Beides war den Baskets in diesen Partien abhanden gekommen – und auch an Kampfgeist mangelte es.

Am Mittwochabend in Braunschweig war dies anders: Krunic setzte nur auf acht Spieler (von denen Milan Majstorovic der Herausforderung nicht gewachsen war und schnell wieder auf der Bank Platz nahm), auf viel Tempo und das Spiel über die Zone. Hier standen in Ruben Boumtje Boumtje und Marko Scekic zwei der besten Oldenburger in der Playoff-Serie.

Und auch Jasmin Perkovic, Rickey Paulding und Je’Kel Foster machten in jeder Phase deutlich, dass sie ein fünftes Spiel erzwingen wollten. Sie alle punkteten zweistellig, kämpften unverdrossen und empfahlen sich für weitere Aufgaben in Oldenburg.

Zu viele Ballverluste

Den kleinen, aber entscheidenden Unterschied machten im vierten Spiel zwei Dinge aus: Die Spieler sechs und sieben blieben hinter den Erwartungen. Während hier die Braunschweiger gute Alternativen besaßen, waren bei den Baskets Gardner (4 Punkte) und Joshua Carter (2) Ausfälle.

Grund Nummer zwei: 16 Ballverluste wurden auf Seiten der Baskets registriert. Das waren Ballverluste, die weh taten. Und auch die Dreier- (25 Prozent) und Freiwurfquote (58 Prozent) blieb hinter den Erwartungen. Nur bei den Zweiern (83 Prozent) wussten die (noch) Meisterspieler zu überzeugen.

Kapitän Gardner wird dies alles registriert haben. Und er dürfte sich Gedanken darüber gemacht haben, warum er nicht in der Lage war, dem Team zu helfen, das unerwartete Aus zu verhindern.

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Fried-Michael Carl Berne/Lemwerder / Redaktion Elsfleth
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