Berlin /Oldenburg Die kräftezehrende Doppelbelastung in der Basketball-Bundesliga und der Euroleague, eine deutliche Niederlage im europäischen Wettbewerb gegen Olympiakos Piräus (80:99) unter der Woche, dazu eine lange Verletztenliste: Die Gelegenheit für die EWE Baskets Oldenburg war am Samstagabend äußerst günstig, gegen ein ersatzgeschwächtes und zunächst müde wirkendes Alba Berlin einen richtungsweisenden Auswärtserfolg einzufahren. Doch die Mannschaft von Baskets-Trainer Mladen Drijencic belohnte sich gegen den deutschen Vizemeister nicht.

Die Albatrosse wankten lange, doch sie fielen nicht. Beim 77:90 (44:42) aus Oldenburger Sicht fiel die Entscheidung ausgerechnet in der Schlussphase. Hier zog eine griffigere und giftigere Berliner Mannschaft das Tempo noch einmal an, legte einen 17:4-Lauf hin und setzte sich so am Ende verdient gegen die Baskets durch.

„Drei Viertel lang hatten wir gute Chancen und hätten vielleicht auch ein kleines Polster haben können, wenn wir vorher nicht in einigen Momenten zu schnell den schnellen Wurfabschluss gesucht hätten“, sagte Baskets-Coach Drijencic über das Entscheidungsverhalten seiner Schützlinge in den ersten 30 Minuten: „Im letzten Viertel haben wir dann defensiv nicht mehr gut gestanden und offensiv oft falsche Entscheidungen getroffen. Alba hat am Ende verdient gewonnen.“

Dabei verlief die erste Hälfte, die von mehreren Führungswechseln geprägt war, für die Gäste aus Oldenburg verheißungsvoll. Nach 20 Minuten lagen die von Aufbauspieler Tyler Larson angeführten Baskets mit zwei Punkten vorn (44:42). Wegen der Ausländerbegrenzung von sechs Spielern in der Bundesliga stand dieses Mal Spielmacher Braydon Hobbs (USA) nicht im Baskets-Kader. „Im Eurocup sind ja sieben Ausländer möglich, in der Liga werde ich meine Entscheidung immer davon abhängig machen, gegen welchen Gegner wir spielen und welche Aufstellung demnach die sinnvollste ist“, erklärte Drijencic.

Auch nach dem Seitenwechsel blieb die Begegnung ausgeglichen. Beim Stand von 65:65 ging es ins letzte Viertel. Größtes Problem der Baskets in dieser Phase: Oldenburg spielte seine Vorteile – in Tyler Cavanaugh und Johannes Thiemann fehlten den Berlinern verletzungsbedingt zwei wichtige Spieler auf den großen Positionen – unter dem Korb nicht clever genug aus. Oldenburgs „Große“ Rasid Mahalbasic, Nathan Boothe und Justin Sears hatten zu diesem Zeitpunkt mit jeweils vier Fouls schon mit Problemen zu kämpfen und mussten sich in der Verteidigung zurückhalten. Der österreichische Center Mahalbasic musste in der Schlussphase das Parkett nach seinem fünften Foul sogar verlassen. „Wir waren nicht clever genug und hatten kein gutes Foulmanagement. 27 Punkte durch Freiwürfe sind ein großes Kapital in so einem intensiven Spiel“, sagte Drijencic.

Die Baskets belegen mit fünf Siegen und vier Niederlagen den sechsten Platz. Das Drijencic-Team verliert mit der Niederlage in Berlin weiter Anschluss an die Tabellenspitze. Alba liegt auf Platz vier.

Niklas Benter Redakteur / Sportredaktion
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