OLDENBURG Nach dem Aufstieg in die Zweite Bundesliga flachste Harald Fürup: „Wenn wir es mal bis in die Erste Liga schaffen sollten, verstärken wir uns eben mit ein paar Amerikanern.“ Wie im Basketball üblich. An den Sprung ganz nach oben glaubte der Trainer vom RSC Oldenburg damals aber nicht wirklich. Doch sein Team strafte ihn Lügen: Die Rollstuhl-Basketballer der SG Oldenburg/Sünteltal haben es geschafft. Die Frage nach den Amerikanern darf also gestellt werden.

Heute hält sich Fürup in diesem Punkt eher bedeckt: „Ausländer werden wir wohl nicht verpflichten. Die sind zu teuer.“ Doch passieren muss einiges, damit der RSC beim Bundesliga-Abenteuer mithalten kann. Mit einem Etat von 10 000 Euro gelang der Spielgemeinschaft der Aufstieg. Um aber überhaupt in der Eliteklasse antreten zu können, muss der Verein den Betrag mindestens verdoppeln.

„Für einen Platz im gesicherten Mittelfeld müssten wir schon 65 000 Euro locker machen“, schätzt Fürup. Denn auch im Rollstuhlbasketball kursieren bereits beachtliche Summen. Beim deutschen Rekordmeister RSV Lahn/Dill zum Beispiel stehen einige ausländische Profis unter Vertrag.

Doch Sponsorengelder sind ein knappes Gut. „An den Finanzen wollen wir es aber nicht scheitern lassen“, kündigt Fürup an. Daher muss der RSC neben bezahlbaren Verstärkungen noch andere Wege gehen. Voraussichtlich auch den nach Hannover. Denn um die bestmöglichen Bedingungen zu nutzen, ist ein Umzug an den Paralympischen Landesstützpunkt, wo Fürup bereits als Trainer arbeitet, ausgemachte Sache. „Der Abschied fällt uns nicht leicht, aber dort haben wir professionelle Möglichkeiten“, begründet der Coach. Aus Oldenburg stammen in Felix Heise und Eike Gößling ohnehin nur noch zwei Akteure. Als „Hannover United“ soll die „Niedersachsenauswahl“ um den Klassenerhalt spielen.

Der erst 16-jährige Gößling freut sich als vermutlich jüngster Ligaspieler auf die neue Saison. Er zählt zu den drei „Fußgängern“ im Team. So nennen die Rollstuhl-Basketballer ihre Mitspieler ohne Behinderung. Gemischte Mannschaften sind üblich. Einzige Voraussetzung: Alle nehmen beim Wettkampf im Rollstuhl Platz.

„Der Rolli ist ein Sportgerät wie jedes andere auch“, sagt Gößling. Es komme darauf an, ihn fahrerisch und technisch möglichst gut zu beherrschen. „In diesem Punkt dürften uns die meisten Bundesligisten überlegen sein“, meint Fürup.

Etwas neidisch blickt er auf Predrag Krunic, den Bundesligatrainer der EWE Baskets Oldenburg. „Der kann einfach auswechseln, ich muss immer rechnen.“ Denn jeder Spieler wird abhängig von seiner Beeinträchtigung oder eben auch der Nichtbehinderung mit einer Punktzahl klassifiziert. Ein Team-Grenzwert von 14,5 darf auf dem Feld nicht überschritten werden.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.