Vechta „Die Halle muss brennen“, hatte Robin Christen gefordert. Die Halle, das war der 3140 Zuschauer fassende Rasta-Dome – und der verwandelte sich am Dienstagabend in der Tat in einen Hexenkessel. Die Fans von Rasta Vechta hatten ihren Spieler erhört, veranstalteten gegen Bayern München in Spiel zwei der Halbfinalserie um die deutsche Basketball-Meisterschaft einen Höllen-Lärm und schufen mit 2000 Flaggen – verteilt vom Fanclub „Klettverschluss“ – ein orangenes Farbenmeer auf den Rängen. Geholfen hat das alles gegen den Titelverteidiger nicht, der Meister bleibt eine Nummer zu groß.

Mit einem 89:71 (44:38)-Auswärtssieg untermauerten die Münchner ihre Favoritenstellung auf den Titel und gingen in der Serie gegen den Sensations-Aufsteiger aus dem Oldenburger Münsterland mit 2:0 in Führung. Rund 50 Stunden nach dem 98:88-Heimerfolg waren Bayerns beste Werfer Nenad Djedovic (13 Punkte) und Maodo Lo (11). Aufseiten von Vechta trafen TJ Bray (15) und Josh Young (15) am sichersten.

Somit kann bereits an diesem Samstag (20.30 Uhr) im Süden der Republik die Entscheidung fallen, sollten die Münchner den für den Finaleinzug benötigten dritten Sieg gegen Vechta einfahren.

Im auch von den sommerlichen Temperaturen aufgeladenen Glutofen Rasta-Dome entwickelte sich vor den Augen von Ex-Bundestrainer Dirk Bauermann, Ex-Oldenburg-Coach Sebastian Machowski und Ex-Vechta-Trainer Doug Spradley eine hitzige Partie. Der Aufsteiger warf alles hinein in die Mann-gegen-Mann-Duelle, die Bayern hielten ihre ganze Routine und Klasse dagegen.

München führte im ersten Viertel zwischenzeitlich mit 19:13 (9. Minute) – ehe die Dezibelwerte mit der Schlusssirene so richtig hochschossen. Vechtas Josh Young stellte mit einem „Buzzerbeater“ fast von der Mittellinie aus das 20:20 her.

Weil Jung-Nationalspieler Philipp Herkenhoff nach seiner leichten Gehirnerschütterung wieder einsatzfähig war, konnte Vechtas Trainer Pedro Calles auf eine Neuner-Rotation setzen. Aber auch die Münchner hatten mit Star-Forward Derrick Williams, der Spiel eins aufgrund leichter muskulärer Probleme verpasst hatte, eine Option mehr.

Herkenhoff war es, der den Aufsteiger in Führung brachte (25:23, 12.). Die Mannschaften blieben auf Augenhöhe, ehe Münchens Lo mit fünf Punkten in Serie die Gäste 41:34 etwas deutlicher nach vorn brachte (19.). Zur Halbzeit stand es 44:38 für die Bayern, die es vor allem schafften, die Kreise von Rasta-Scharfschütze Austin Hollins (3) extrem gut einzuengen.

Auch nach der Pause blieb der Meister eiskalt. Leon Radosevic brachte den Favoriten erstmals zweistellig in Führung (53:43, 23.). Vechtas Kämpferherz war damit aber noch nicht besiegt. Christen verkürzte per Dreier auf 55:57 (27.), nach dem dritten Viertel hieß es jedoch 58:64.

Ein kapitaler Fehlstart Vechtas im letzten Durchgang entschied die Partie. Bayern startete mit einem 17:0-Lauf und setzte sich auf 81:58 ab. Der Hexenkessel von Vechta war zu dem Zeitpunkt runtergekühlt, der Kampfgeist Rastas gebrochen – am Ende feierten die Fans ihre Helden dennoch mit „Rasta ist der geilste Club der Welt“-Sprechchören.

Lars Blancke Redakteur / Sportredaktion
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