Pau Als die Basketball-Bundesliga Anfang November mit ihrer Saison begann, wurde sie sofort von Corona ausgebremst. Alba Berlin, Medi Bayreuth, Gießen 46ers, Baskets Bonn, Chemnitz Niners – fast ein Drittel der Liga verzeichnete Corona-Fälle und musste die Teams in Quarantäne stecken. Die Folge: Spielverlegungen, Gedränge im Terminplan, viele Fragezeichen.

Inzwischen hat sich die Lage etwas entspannt, weitere Fälle wurden erst einmal nicht bekannt. Das Problem nun: Es finden keine Spiele statt, weil die Nationalmannschaften ihre Partien in der Qualifikation zur ins Jahr 2022 verlegten Europameisterschaft bestreiten, die mit einer Vorrunde in Köln und der Endrunde in Berlin maßgeblich in Deutschland stattfinden wird.

Statt die Gunst der Stunde nutzen zu können und mit der Saison ein bisschen voranzukommen, sind die Bundesligisten zur Pause gezwungen. Erst am 3./4. Dezember geht es weiter. „Und das, obwohl unser ganzer Laden negativ ist“, wie Würzburgs Trainer Denis Wucherer der „Süddeutschen Zeitung“ sagte.

Zudem ist an allen 18 Standorten die Sorge, ob die von ihnen abgestellten Spieler wohl alle gesund von ihren Auswahlteams zurückkommen. Bei den Handballern hatte es zuletzt nach den Länderspielreisen zahlreiche positive Corona-Fälle gegeben, die den Bundesliga-Spielplan durcheinandergebracht hatten.

Im Basketball hoffen sie, das Risiko durch die Austragung der Partien in sogenannten Blasen zu minimieren. Insgesamt wird in den kommenden Tagen an acht verschiedenen Orten in Europa abgeschottet von der Öffentlichkeit gespielt. „Hotel, Halle und zurück – das ist alles, was wir hier sehen“, sagte Bundestrainer Henrik Rödl: „Wir sind vor der Ankunft zweimal getestet worden und werden auch hier mehrmals getestet. Wir fühlen uns sicher.“

Die deutsche Nationalmannschaft trifft im französischen Pau an diesem Freitag (21 Uhr) auf Montenegro und am Sonntag (15 Uhr/beide frei empfangbar auf www.magentasport.de) auf Frankreich. Sportlich ist der Wert der Spiele überschaubar, weil die deutsche Auswahl als Teil-Gastgeber bereits für die EM qualifiziert ist.

Als Vorbild dient dem internationalen Basketball-Verband Fiba das Finalturnier der Basketball-Bundesliga (BBL) in der vergangenen Saison. Damals brachte die BBL in München auf diese Art und Weise mit zehn Teams ihre Saison zu Ende und erntete dafür weltweit viel Lob. Vielleicht liegt es auch daran, dass sich BBL-Geschäftsführer Stefan Holz mit Kritik an den Länderspielfenstern zurückhält. „Ich verstehe und respektiere auch die Wünsche und Interessen der Verbände, die ihre Wettbewerbe ebenfalls durchziehen müssen und auch Zwänge haben“, sagte Holz. Gleichwohl räumte er ein, dass er auch mit Sorgen auf die Rückkehr der Spieler zu ihren Vereinen blickt.

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