PEKING Die Qualifikation für die Olympischen Spiele am vergangenen Sonntag hat der deutschen Basketball-Nationalmannschaft ein schweres Turnierprogramm beschert. In Peking wird das Team um NBA-Superstar Dirk Nowitzki in der Gruppe B neben den Spielen gegen Gold-Favorit USA, Weltmeister Spanien, Ex-Europameister Griechenland und Angola auch auf Gastgeber China treffen.

Die Fans in meinem Land freuen sich bereits jetzt auf die Spiele und diskutieren darüber in Internet-Foren. Die Form des berühmtesten Basketball-Spielers, NBA-Profi Yao Ming, der nach einer fünfmonatigen Pause wegen eines Ermüdungsbruchs im linken Fuß wieder spielen wird, ist natürlich ein heißes Thema.

Der Center wurde in Shanghai geboren, seine ganze Familie spielt Basketball. Sein Vater ist 2,08 Meter groß und seine Mutter 1,88 Meter. Mit 2,29 Metern gehört der Sohnemann zu den größten Spielern der NBA. Mit neun Jahren hat Yao Ming begonnen, Basketball zu spielen. Im Alter von 18 wurde er erstmals in der Nationalmannschaft eingesetzt.

In China wird Basketball erst seit 1995 professionell betrieben. Zurzeit hat die höchste Spielklasse der Basketball-Frauen (WCBA) zwölf Mannschaften, in der Männer-Liga CBA spielen 16 Teams. Im Jahr 2002 wurde Yao Ming mit der Mannschaft der Shanghai Sharks chinesischer Meister. Im selben Jahr wurde er von den Houston Rockets in die NBA verpflichtet.

Yao hat in der weltbesten Liga seine Technik stark verbessert und viele Erfahrungen gesammelt. Inzwischen gibt es immer mehr Reportagen über ihn im amerikanischen Fernsehen.

So richtig bekannt wurde Yao Ming in seiner Rookie-Saison allerdings durch Charles Barkley. Ausgerechnet gegen Superstar Shaquille O’Neal und dessen Los Angeles Lakers erzielte der Chinese erstmals 20 Punkte und traf dabei alle seine Würfe (neun aus dem Feld und zwei Freiwürfe).

Zuvor hatte Basketball-Routinier Barkley gewettet, dass Yao nie mehr als 19 Punkte gelingen würden, und als Wetteinsatz angeboten, den „Allerwertesten“ des TV-Kommentators Kenny Smith zu küssen. Den Kuss musste Barkley indes an einem Esel vollbringen. Am 23. Februar 2004 erreichte Yao Ming im Spiel gegen die Atlanta Hawks (123:121) in 50 Minuten 41 Punkte.

Yao ist ein Vorbild. Was er in der NBA erreicht hat, motiviert viele Kinder, Sport zu treiben. In China herrscht seither ein Basketball-Boom. Auch das Wort des „Riesen“ hat in der Öffentlichkeit Gewicht. Im Jahr 2005 trat er mit der HIV-positiven NBA-Legende „Magic“ Johnson in einem TV-Werbespot gegen die Diskriminierung von Aids-Patienten in China auf. Und er tut viel Gutes in seiner Heimat: Nach dem Erdbeben in der Provinz Sichuan im Mai 2008 spendete Yao zwei Millionen US-Dollar für die Erdbebenopfer.

Am 16. August wird es in der Wukesong-Halle zum Duell zwischen China und Deutschland kommen. Doch eines hat Yao Ming seinem deutschen Kontrahenten Dirk Nowitzki voraus: Der Chinese hat 2004 in Athen bereits die Fahne seines Landes während der Eröffnungsfeier getragen. Der Würzburger will das auch gerne tun – so er denn gefragt würde.

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