MüNCHEN Sie sind gekommen, um zu bleiben. Die Bundesliga ist für die Basketballer von Bayern München nicht etwa ein großes Abenteuer, wie es für einen gewöhnlichen Aufsteiger meist der Fall ist. Der finanzstarke Neuling sieht das deutsche Oberhaus vielmehr als Nährboden für eine glorreiche Ära. Gleich in der ersten Bundesliga-Saison nach 22 Jahren wollen die Münchner nicht weniger als um die Meisterschaft mitspielen. Auch europäische Erfolge sollen folgen. Der Club startet mit Hilfe einer Wild Card als Aufsteiger sogleich im Eurocup, hinter der Euroleague der zweithöchste europäische Clubwettbewerb.

Aufsteiger in vollen Hallen

Für Münchens Basketballer ist der Saisonstart der Bundesliga an diesem Montag (14.05 Uhr/Sport 1) bei den Baskets Bonn das Ende der Bescheidenheit. Sie wollen um Titel spielen und sind sich ihrer Ausnahmestellung bewusst. „Jede Halle, in der wir antreten, wird ausverkauft sein“, sagt der deutsche Nationalspieler Demond Greene. Die Vorzeichen haben sich geändert. Jetzt sieht sich der Aufsteiger am Zug. „Wir sind das große Zugpferd dieser Liga“, sagt Trainer Dirk Bauermann. Der 53-Jährige legte für den Job in München jüngst sogar das Amt des Nationaltrainers nieder, da die parallele Ausübung beider Ämter nicht mehr erlaubt ist.

Mit einem Etat von rund sieben Millionen Euro zählen die Münchner zusammen mit Titelverteidiger Bamberg und Alba Berlin sofort zu den Branchengrößen. Deutsche Nationalspieler wie Philipp Schwethelm (aus Bremerhaven), Jan Jagla (aus Ankara) oder Robin Benzing (aus Ulm) wurden verpflichtet. Zudem holte der FC Bayern Profis wie den amerikanischen Flügel- und Aufbauspieler Je‘Kel Foster. Bauermann kündigt den Ex-Oldenburger, der zuletzt in Cremona (Italien) spielte, als „einen der stärksten Spieler der Liga auf seiner Position“ an.

Beim letzten Härtetest vor Saisonbeginn gegen den türkischen Meister Fenerbahce Ülker deutete Foster das mit einer starken Leistung und zwölf Punkten an. Das 78:73 am Donnerstagabend vor rund 6500 Zuschauern im Audi Dome, der neuen Arena der Bayern, war für Bauermann ein Erfolgsmoment zur rechten Zeit: „Es war wichtig, dass wir wieder Boden unter die Füße bekommen haben.“ Denn zuletzt verflachte die Euphorie in München. Vor allem die Demontage im Testspiel beim großen Favoriten Bamberg hatte das Münchner Selbstverständnis erschüttert. Das Starensemble ging mit 66:106 beim Meister unter.

Wood wechselt nach Berlin

Insgesamt verzeichnete die Liga in der Sommerpause 259 Transfers (117 Zugänge, 142 Abgänge). Das sind deutlich weniger als vor Jahresfrist (294). Die wenigsten Wechsel gab es in Ludwigsburg (vier Zugänge, drei Abgänge), die meisten bei Aufsteiger Würzburg, der ein komplett neu formiertes Team an den Start schickt (acht Zugänge, zwölf Abgänge).

Am auffälligsten sind die vielen Wechsel innerhalb der Liga: Berlin warb Frankfurt den Aufbauspieler DaShaun Wood ab, den wertvollsten Spieler der Vorsaison. Woods Vorgänger Julius Jenkins wiederum wechselte von Berlin zu Bamberg. Und Immanuel McElroy, in den vergangenen fünf Jahren stets zum besten Verteidiger der Liga gewählt, zog es von Berlin nach Braunschweig.

Hauke Richters Leitung / Sportredaktion
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