Barßel Die Nachricht der überraschenden Aufgabe des CDU-Bürgermeisterkandidaten Ludger Elsen (52) wirft auch einen Tag danach offene Fragen auf. Wie berichtet, hatte Elsen am Ostermontag erklärt, nicht weiter für das Amt des hauptamtlichen Bürgermeisters der Gemeinde Barßel zu kandidieren. Als Grund führte der Christdemokrat „anonyme Anfeindungen“, die sein Privatleben betreffen, an. Agnes Lamping, Vorsitzende des CDU-Gemeindeverbandes Barßel, zeigte sich am Dienstag noch sichtlich ratlos. Der Verfasser des Schreibens habe der CDU gezielt schaden wollen, sagte sie im Gespräch mit der NWZ . „Die Person hat bewusst die unterste Schublade gezogen. Die CDU sollte nicht mehr in der Lage sein, einen neuen Kandidaten aufzustellen“, sagte die Vorsitzende. „Es ist ein ganz gewaltiger Schlag für uns.“

Große Enttäuschung

Nähere Angaben zu den konkreten Hintergründen der „anonymen Anfeindungen“, konnte auch sie am Dienstag nicht geben. Der Gemeindeverband respektiere die Entscheidung seines Kandidaten, sagte Agnes Lamping. Schon bei der Bürgermeisterwahl 2006 stand die CDU am Ende ohne einen Kandidaten da (die NWZ  berichtete). Seinerzeit hatte Otto Elsen kurzfristig seine Bewerbung aus gesundheitlichen Gründen zurückgezogen. „Das waren damals ganz andere Beweggründe“, sagte Agnes Lamping am Dienstag. „Hier steckt Kalkül dahinter.“ Spekulationen, ob die CDU nun den SPD-Kandidaten unterstützen werde, seien „absolut falsch“, sagte Agnes Lamping. Nun „umzuschwenken“ und den Kandidaten der SPD zu unterstützen, schließe sie aus. „Wie es nun weiter gehen wird, werden wir sehen.“ Zeitnah wolle der Gemeindeverband über die aktuelle Situation sprechen.

Auch Barßels amtierender Verwaltungschef Bernd Schulte reagierte auf die Nachricht des CDU-Kandidaten überrascht. „Damit habe ich nicht gerechnet“, sagte Schulte am Dienstag auf Anfrage der NWZ . Er respektiere die Entscheidung. Für die CDU sei es ein „herber Rückschlag“. Anonyme „Anfeindungen“ seien bei ihm während seines eigenen Wahlkampfes 2006 „direkt in den Papierkorb gewandert“, sagte Schulte. Bei gut 13 000 Einwohnern könne „man es nicht jedem recht machen. Da muss man sich von distanzieren“. Er habe mit Elsen gesprochen, sagte Schulte. Demnach sei seine Entscheidung „reichlich überlegt“ gewesen.

Elsen schweigt

Noch offen ist derzeit, ob Elsen sein politisches Engagement im Rat der Gemeinde Barßel, unter anderem als CDU-Fraktionsvorsitzender, weiterführen wird. „Ich brauche noch Zeit, dies in Ruhe zu entscheiden“, sagte Elsen am Dienstag gegenüber der NWZ . Er werde sich nun mit dem Gemeindeverband zusammensetzen. Zu dem Inhalt des anonymen Briefes schweigt Elsen weiterhin.

Währenddessen erklärte am Dienstag Josef Wagner, Vorsitzender der Gruppe BfB/Grüne, die Kandidatur des SPD-Bewerbers Nils Anhuth unterstützen zu wollen. Der verbleibende Kandidat erfülle „alle Grundvoraussetzungen für das Amt“, so Wagner.

Melanie Jepsen Varel / Redaktion Friesland
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.