Lüsche Seit 2008 gibt es in Deutschland nach amerikanischem Vorbild den „Equal Pay Day.“ Dieser „Tag für gleiche Bezahlung“ oder auch „Tag der Endgeldgerechtigkeit“ macht darauf aufmerksam, dass Frauen deutlich weniger verdienen als Männer, auch wenn sie das Gleiche tun und die gleichen Qualifikationen haben. Traditionell lädt der Oldenburger Landesverband der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (KFD) an diesem Tag zu einem politischen Frauenfrühstück ein.

Über 90 Frauen hörten dabei am Samstag in der Gaststätte Evers in Lüsche den Ausführungen von Anja Weiß, KFD-Bundesreferentin aus Düsseldorf, zu. Den humoristischen Teil übernahmen die Visbeker Bunten-Frauen.

„Wir könnten jetzt auf Silvester anstoßen“, sagte Anja Weiß. Denn erst jetzt beginne für die Frauen ein neues Lohnjahr. Der 18. März markiere den Zeitraum, den Frauen über den Jahreswechsel hinaus arbeiten müssten, um bei gleicher oder gleichwertiger Arbeit auf das Vorjahresgehalt von Männern zu kommen. „Bis jetzt haben wir also umsonst gearbeitet“, pointierte Weiß.

Aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamts zeigten, dass die Lohnlücke gemessen am Durchschnittsbruttostundenlohn 2018 21 Prozent betragen hatte. In Tagen ausgedrückt sind das 77 Tage. Zwar reduziere sich die Zahl auf sieben Prozent, wenn man strukturelle Unterschiede herausrechne. So arbeiten Frauen oft in geringer bezahlten Berufen wie Pflege und Erziehung, wählten familienbedingt mehr Teilzeit und kämen seltener in Führungspositionen. Doch diese Einkommenslücke basiere häufig auf Diskriminierung und führe im Alter zu Armut, so Weiß. Unterschiedliche Bezahlung von Männern und Frauen existiere sogar in Betrieben, die an Tarifverträge gebunden seien.

„Warum kann ein Betriebsinformatiker bis zu 4900 €Euro brutto verdienen und eine Altenpflegerin nur maximal 2744?€“, zitierte sie Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. „Warum zahlen wir ohne Probleme viel Geld für eine Autoinspektion und sind nicht bereit, das gleiche Geld auch als Monatslohn für Erzieherinnen oder häusliche Pflege auszugeben?“ Die Bezahlung der Berufe dürfe sich nicht nur an den Faktoren Wissen und Können orientieren. Berücksichtigt werden müssten auch psychische und psycho-soziale Anforderungen sowie die nötige Verantwortung. „Dann können wir auch irgendwann zusammen mit den Männern an Silvester auf ein neues Lohnjahr anstoßen.“ Auf Landes- und Bundesebene setze sich die KFD mit vielen Aktionen immer wieder für diese Ziele ein.

„Wir brauchen dringend eine Neubewertung der Frauenberufe“, forderte Ulrike kl. Hillmann vom KFD-Landesleitungsteam abschließend. Die Frauen rief sie dazu auf, sich überall dafür einzusetzen. Für den 25. Mai lädt die KFD um 9 Uhr zum nächsten Frauenfrühstück auf den Hof Seggewisch nach Lohne ein. Referent ist Journalistin Angelika Hauke, das Kabarett übernimmt das Duo FKK 2000. Karten unter kfd@bmo-vechta.de, Telefon   04441/872285.

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