BAD ZWISCHENAHN Die Zwischenahner Gemeindeverwaltung sah keine andere Möglichkeit mehr: Weil die durch Vandalismus verursachten Schäden an Schulgebäuden und auch im Bahnhofstunnel zunehmend höhere Reparaturkosten nach sich zogen, werden das Schulzentrum und der Tunnel ab sofort per Video überwacht.

„In beiden Bereichen sind je acht Kameras installiert. Außerdem wurden beim Schulzentrum starke Lichtquellen montiert, die durch Bewegungsmelder eingeschaltet werden“, so Stefan Budden vom Gebäudemanagement der Gemeinde. Und der Leiter des Fachbereichs Bauverwaltung, Carsten Meyer, ergänzt: „Einerseits dient die Videoüberwachung der Eindämmung des Vandalismus. Ein noch weit wichtigerer Aspekt ist jedoch die Sicherheit unserer Mitbürger“.

Es war Ende April, als der Verwaltungsausschuss des Rates umfassend über die Zerstörungswut unbekannter Täter an öffentlichen Einrichtungen informiert wurde. Am Neubau der Hauptschule waren nachts Sitzbänke aus der Verankerung gerissen worden. An einer der Turnhallen hatten die ungebetenen Gäste im Schutze der Dunkelheit die Lichtkuppel zertreten. Hoher Sachschaden war außerdem angerichtet worden, weil Unbekannte die Scheiben eine Treppenhauses eingeschlagen und außerdem die Fallrohre voll Kies geschüttet hatten. Nicht zuletzt seien immer wieder Schäden im Grünbereich feststellbar, so die Gemeinde.

Im Bahnhofstunnel hatte der Vandalismus derartige Ausmaße angenommen, dass zeitweise beide Toilettenanlagen nicht mehr benutzt werden konnten, da Unbekannte ihre Fäkalien die Wände hoch gestrichen, Abflüsse mit Kleidungsstücken verstopft und Becken von der Wand geschlagen hatten. Die bisherige Videoüberwachung im Bahnhofstunnel erfüllte ihren Zweck nicht: Es wurden keinerlei Aufzeichnungen angefertigt.

Das ist an beiden Einrichtungen jetzt anders: „Das Schulgelände wird am Wochenende und täglich nach Schulschluss bis zum darauf folgenden Morgen Video überwacht und für drei Tage aufgezeichnet, dann automatisch gelöscht“, so Budden. Rechtlich sieht Meyer keine Probleme: Das Schulgelände sei rechtlich ein Privatgrundstück. Und im Tunnel bewerte die Gemeinde die Sicherheit und den Schutz ihrer Bürger höher als möglicherweise betroffene Persönlichkeitsrechte eines Einzelnen. Die Gesamtkosten für beide Anlagen beziffert die Gemeinde mit rund 20 000 Euro.

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