BAD ZWISCHENAHN Es war im Dezember 2001, als der Vorsitzende der Interessengemeinschaft Bauernhaus (IGB) im Ammerland, Manfred Meins, die Initiative ergriff.

Meins, selbst Besitzer eines reithgedeckten Bauernhauses, appellierte an alle Gemeinden des Ammerlandes, es Hatten oder Dötlingen im Nachbarkreis Oldenburg gleich zu tun: Indem sie ihre rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen und zum Jahreswechsel eine Allgemeinverfügung erlassen, die das Abbrennen von Silvesterfeuerwerk in der Nähe von reithgedeckten Häusern und anderen brandempfindlichen Einrichtungen untersagt. Wer dagegen verstößt, handelt ordnungswidrig und kann mit einer Geldbuße belegt werden.

In der Gemeinde Bad Zwischenahn fiel der Vorstoß von Manfred Meins auf fruchtbaren Boden. Um die vielen reithgedeckten Gebäude des Heimatmuseums Ammerländer Bauernhaus, aber auch um die vielen Privathäuser mit Weichdach rund ums Meer in der Silvesternacht zu schützen, greift seit dem Jahreswechsel 2001/2002 alljährlich die Allgemeinverfügung der Gemeindeverwaltung. Danach dürfen im Bereich der Gemeinde Bad Zwischenahn keine „pyrotechnischen Gegenstände der Klasse II – Silvesterfeuerwerk – am 31. Dezember 2007 und 1. Januar 2008 in einem Umkreis von 100 Metern zu besonders brandempfindlichen Gebäuden oder Anlagen, insbesondere stroh- und reithgedeckten Häusern, sowie in unmittelbarer Nähe von Tankstellen, Kirchen, Krankenhäusern und Altenpflegeheimen abgebrannt werden.

Verstöße gegen diese Verfügung werden noch drastischer als in den vergangenen Jahren geahndet: Nach einer Gesetzesänderung wird mit einer Geldbuße von bis zu 10 000 Euro bestraft (bislang 5000 Euro), wer vorsätzlich oder fahrlässig gegen diese Anordnung verstößt.

Bad Zwischenahn befindet sich mit dieser Maßnahme übrigens in bester Gesellschaft: Mit Hilfe einer solchen Allgemeinverfügung ist unter anderem auf Sylt, Amrum oder Föhr und nicht zuletzt in den genannten Gemeinden des Landkreises Oldenburg ein Silvesterfeuerwerk in der Nähe von Reithdächern verboten.

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