Zwar findet das bekannte Märchenfest beim Torf- und Siedlungsmuseum Wiesmoor erst wieder 2023 statt (genauer gesagt am 4. Juni), doch der Förderverein zur Erhaltung moorkundlichen Heimatgutes, der seit 1988 mit Herzblut das ostfriesische Museum betreibt, lädt Jung und Alt in das Heimat- und Torfmuseum ein. Dabei ist es viel mehr als nur Museum – die Gäste erwartet ein historisches Dorf mit Sägerei, Schmiede und Backhaus, Fehnkneipe, Dorfplatz, Kolonistenhäuser, Schule und Bauerngarten zum erlebbaren Eintauchen in die Heimatgeschichte.

Anfassen, ausprobieren und entdecken

„Heutzutage ist vielen gar nicht mehr bewusst, wie hart das Leben im Moor noch vor 100 Jahren war“, sagt Arianne Schoon, 2. Vereinsvorsitzende. Denn zu dieser Zeit habe die Lebenserwartung der Menschen kaum das 40. Lebensjahr überschritten. Für sie ist es deshalb sehr wichtig, vor allem Kindern zu zeigen, dass das Leben vor gar nicht allzu langer Zeit noch ganz anders aussah. „Bei uns im Museum darf angefasst, ausprobiert und entdeckt werden. Nur dadurch versteht man wirklich, wie Alltagsgegenstände von früher funktioniert haben.“ Gerade für die vielen Kinder, die jährlich ins Museum kommen, sei dies immer ein ganz besonderes Erlebnis.

Authentisches Dorf mit aktiver Bäckerei

Seit der Eröffnung des Museums vor über 30 Jahren hat sich viel verändert. Das Museum lebt davon, sich immer weiterzuentwickeln. Durch zahlreiche Spenden und die aktive Mitarbeit von rund 50 ehrenamtlichen Helfern hat es sich zu einem authentischen Dorf entwickelt, wo sogar in der historischen Bäckerei noch regelmäßig Rosinenbrot gebacken wird.

Tante-Emma-Laden wie zu Ur-Omas Zeiten

„Wir versuchen, unserem Museum Charakter zu geben. Es soll so wirken, als wäre es gerade eben erst verlassen worden“, sagt Arianne Schoon. Deshalb verbringt sie viel Zeit damit, die Überbleibsel aus der Vergangenheit ständig neu zu dekorieren, zu verändern und neue Ideen zu verwirklichen. So sieht der hauseigene Tante-Emma-Laden noch immer so aus, als würden die Waren bereit zum Verkauf stehen. In den Regalen stehen noch original verschlossene „Maggi“-Flaschen, die früher auf keinem Tisch fehlen durften. Vor allem der Duft aus den zahlreichen Fläschchen des berühmten „Kölnisch Wassers“ steigt direkt in die Nase und erinnert an Großmutters-Zeiten.

Tipp für Brautpaare

Auch wenn das Märchenfest erst wieder 2023 stattfinden wird: Ein Ausflug an den Resedaweg lohnt sich, um der Dorfgeschichte nachzuspüren - bei Führungen, einer historischen Schulstunde in der Dorfschule oder einem ostfriesischen Tee mit selbstgebackenem Krinstuut. Außerdem ist diese Kulisse inzwischen eine beliebte Location für Brautpaare - im Torf- und Siedlungsmuseum können sich Paare bereits seit 1998 im Friesenraum des Kolonistenhauses trauen lassen; seit diesem Jahr kann die Zeremonie allerdings auch in einem hergerichteten Areal beim historischen Gebäude, eingerahmt von Blumen und Sträuchern, unter freiem Himmel stattfinden.

Geöffnet ist das Museum im Landschaftspark Reitscharde dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr. Die Adresse: Resedaweg 18, 26639 Wiesmoor


  www.torf-und-siedlungsmuseum.de 
Christin Hufer Volontärin, 2. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
Swantje Sagcob Redakteurin / Sonderthemen Redaktion
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