Delmenhorst „Den Ball mit links annehmen und dann direkt vom Gegner weg weiterspielen. Das ganze soll keine halbe Sekunde dauern!“ Jugendtrainer Loay Mohammed schärft den Kindern noch einmal ein, worauf es bei der nächsten Übung ankommt. Zusammen mit seinen Trainerkollegen Maximilian Samlaus und Malte Neuburg trainiert er 36 Kinder im Alter von sieben bis 13 Jahren in der holländischen Fußballlehrmethode auf dem Sportplatz des TuS Hasbergen.

Holländische Fußballschule? Manch einem patriotischen Fußballfan mag das ein wenig aufstoßen. Tatsächlich verbirgt sich dahinter lediglich eine Trainingsmethode, die die individuellen Stärken und Schwächen jedes einzelnen Spielers in den Mittelpunkt stellt, wie Mohammed erklärt. Und der Erfolg gibt ihm Recht: Immerhin brachte diese Lehrmethode Weltklassespieler wie Rafael Van der Vaart, Arjen Robben oder Klaas-Jan Huntelaar hervor.

„In Holland wird viel mehr auf den Einzelnen geschaut. Es wird in kleineren Gruppen trainiert und es gibt nicht nur einen Trainer und Co-Trainer, sondern ein ganzes Trainerteam.“ Auf diese Weise erkenne man viel schneller, wo ein Spieler noch Nachholbedarf habe und könne gezielter trainieren.

Das Konzept der holländischen Schule wird schon seit etwa zehn Jahren in Deutschland vermittelt. „Damit sollen die bisherigen Lehrmethoden in den Jugendmannschaften noch weiter verbessert werden“, wie Trainer Mohammed erläutert. Eine gute technische Ausbildung, wie sie durch das individuelle Training gewährleistet wird, mache die Spieler außerdem flexibler. Mit einer guten Technik könne man schließlich auf fast jeder Position spielen.

Fünf Tage lang üben die Trainer mit den Kindern auf dem Sportplatz Dribbling, Finten und Zweikämpfe. Damit es fair bleibt, spielen sie in Gruppen gleichen Alters zusammen.

Aber nicht nur auf dem Platz sollen sich die Kinder weiterentwickeln. Auch daneben möchte man ihnen etwas beibringen. „Wir versuchen Respekt und einen guten Umgang miteinander zu vermitteln“, sagt Mohammed. Das fange schon beim gemeinsamen Essen an: Niemand greift zur Gabel, bevor nicht jeder etwas auf dem Teller hat. „Wir möchten, dass die Kinder Teamgeist entwickeln, sich gegenseitig unterstützen und Tipps geben. Im Prinzip wird jeder ein bisschen zum Trainer“, erklärt Mohammed.


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Christopher Hanraets Varel / Redaktion Friesland
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