Apen Rainer Cordes ist stocksauer. „Das kann doch wohl nicht wahr sein, dass die Deutsche Post erst den Briefkasten vor dem Standort der ehemaligen Postfiliale an der Hauptstraße 160 in Apen quasi über Nacht abbaut und es dort keinen Hinweis auf den nächsten Briefkasten gibt. Und wenn dann mitten im Ort bei der Touristik wieder ein gelber Briefkasten aufgestellt wird, wird dieser tagelang nicht geleert.“

Bereits Freitag vor Pfingsten hatte der Aper Neubürger zwei Glückwunschkarten in den Briefkasten geworfen und sich gewundert, dass diese bis vergangenen Dienstag nicht zugestellt waren. Am Dienstag sei er dann beim Arzt gewesen und wurde krank geschrieben. Da die Arztpraxis nur wenige Meter vom Briefkasten bei der Touristik entfernt sei, wollte er den wichtigen Nachweis gleich verschicken.

Kasten nicht geleert

„Um 17 Uhr soll der Briefkasten bei der Touristik geleert werden, ich war gegen 16.45 Uhr dort und wartete eine halbe Stunde, aber niemand kam“, so Cordes. Am Kasten wartete auch ein ihm unbekannter Mann bereits auf den Postmitarbeiter, der den Kasten leeren sollte. Von dem Wartenden erfuhr Cordes, dass Einladungen für die Einführung des neuen Gemeindekirchenrates in den Kasten gesteckt worden seien und diverse Gemeindekirchenratsmitglieder diese Einladung für Pfingsten nicht erhalten hätten.

Eine Frau, die bei der Touristik Blumen goss, gab Cordes den Tipp, mit wichtiger Post besser zur Postfiliale Lassen in Augustfehn zu fahren, da der Briefkasten anscheinend nicht geleert werde. Cordes, der zudem wie viele andere Bürger kritisiert, dass Apen seit Mitte April keine eigene Postfiliale mehr habe, beschwerte sich umgehend.

Er war nicht der einzige, der sich an die Deutsche Post oder an die Gemeindeverwaltung wandte. „Wir haben inzwischen ein Entschuldigungsschreiben von der Post gekommen, dass der Briefkasten tatsächlich tagelang nicht geleert wurde“, , sagt Peter Kunst, Geschäftsführender Pastor der lutherischen Kirchengemeinde Apen.

Die Kirchengemeinde, deren Kirchenbüro nur wenige Meter vom Briefkasten bei der Touristik entfernt liegt, hatte zu Beginn der Woche vor Pfingsten Einladungen an die neugewählten Vertreter des Gemeinderates geschickt, weil diese am Pfingstmontag in ihr Amt eingeführt wurden. Diese Post kam ebenso wenig rechtzeitig an wie die Einladung zur Kuratoriumssitzung mit der Gemeinde und wichtige Rechnungen, die bezahlt werden mussten, die die Kirchengemeinde Apen an die lutherische Kirchenverwaltung in Bad Zwischenahn geschickt hatte. „Wir haben Post zum Teil den Empfängern selbst noch in den Briefkasten zuhause gesteckt, mussten viel telefonieren und uns entschuldigen, das war alles sehr ärgerlich“, so Pastor Kunst.

Nicht tragbar

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„Sehr bedauerlich ist das Ganze und nicht tragbar“ kommentierte Apens Bürgermeister Matthias Huber den Sachverhalt. „Es ist jetzt wirklich an der Zeit, dass Apen endlich wieder eine eigene Poststelle erhält, was man kürzlich durch 2044 Unterschriften betont hat.“

Und was sagt die Post? „Es ist richtig, dass der Briefkasten bei der Aper Touristik eine ganze Woche nicht geleert wurde und das bedauern wir zutiefst“, sagt Maike Wintjen, Pressesprecherin der Deutschen Post in Hamburg. Der Dienstleister der Post, der die Kästen leere, sei über den neuen Standort des Briefkastens informiert worden, doch leider seien die täglichen Leerungen nicht erfolgt. Das Problem sei jetzt behoben.

Doris Grove-Mittwede Redakteurin / Redaktion Westerstede
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