Westerstede Eine zivile Klinik und ein Bundeswehrkrankenhaus – kann so eine Mischung funktionieren? Durchaus skeptisch wurde vor zehn Jahren das Westersteder Modellprojekt beäugt. Ein ziviler Arzt und uniformierte Pfleger? Ein Stabsarzt und eine Ammerländer Krankenschwester? Wie sollen da die Abläufe im Alltag funktionieren?

Diese Fragen stellt sich heute niemand mehr. Mit insgesamt 510 Betten und 27 000 stationären Patienten im Jahr ist eine Großklinik entstanden, die nicht nur das Ammerland, sondern auch Teile der Nachbarregionen mit versorgt. „Wir wussten damals nicht so richtig, was uns erwartet, aber wir haben in vielen Arbeitsgruppen aus beiden Krankenhäusern an der Verschmelzung gearbeitet“, sagt Robert Hoffmeister. Der heutige Hauptgeschäftsführer war damals schon in leitender Funktion in der Ammerland-Klinik. „Es war ein Geben und Nehmen“, sagt er. So musste die Ammerland-Klinik sich von ihrer Unfallchirurgie trennen. „Wir wollten schließlich keine Doppelungen, sondern ein ganz breites Versorgungsspektrum“, so Hoffmeister.

Bis auf ein eigenes Kinderkrankenhaus und eine Herzchirurgie ist heute quasi jeder medizinische Bereich in Westerstede angesiedelt.

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Ein Herzstück ist die Notaufnahme, wo jährlich 40 000 Patienten versorgt werden. „Da spielt es keine Rolle, ob der Arzt oder die Pfleger zivile Mitarbeiter sind oder Uniform tragen“, sagt der ärztliche Direktor Dr. Matthias Haut.

Nicht nur für Westerstede ist das Klinikzentrum mit seinen 1850 Mitarbeiter ein enormer Wirtschaftsfaktor. Auch für die Bundeswehr hat es eine herausragende Bedeutung. „Wir haben einen Einzugsbereich von 26 000 Soldaten“, sagt Chefärztin Dr. Lale Bartoschek. Die Oberstärztin ist besonders stolz auf ihr jüngstes Baby – im wahrsten Sinne des Wortes. Denn Westerstede hat bundesweit die einzige gynäkologische Ambulanz der Bundeswehr. „Wir betreuen hier sogar die Soldatinnen, die mit der Marine unterwegs sind“, sagt die Chefärztin. Per Telemedizin schaltet sich ein Schiffsarzt nach Westerstede zu. Via Internet wird dann mit den Spezialisten in Westerstede über Diagnosen und die weitere Behandlung gesprochen.

Zum Jubiläum der Doppelklinik findet an diesem Sonntag von 10 bis 16.30 Uhr ein Tag der offenen Tür statt (siehe Kasten). Mit dabei sind auch viele Ehrengäste aus Politik und Bundeswehr.

Jasper Rittner Redaktionsleitung / Redaktion Westerstede
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