Westerstede /Hoheliet Es sind vor allem die Maschinen gewesen, die Marcin Janiak und Marcin Wizner begeisterten. Etwa der Radlader, mit dem sie die langen Stallgassen der Kuhställe auf dem landwirtschaftlichen Betrieb von Hans-Gerd und Volker Harms in Hoheliet entlangfahren durften. Aber auch sonst hatte der rund 250 Hektar große Betrieb, auf dem mehr als 500 Milchkühe gehalten werden, einiges für die beiden Praktikanten aus der polnischen Stadt Pleszew zu bieten.

14 Tage durften Marcin Janiak und Marcin Wizner auf dem Hof mitarbeiten. Möglich wurde dies durch einen Praktikantenaustausch zwischen der berufsbildenden Schule Marzew und der Deula, federführend begleitet vom Partnerschaftsverein. An dem Austausch nahmen neben Marcin Janiak und Marcin Wizner sechs weitere Jugendliche teil, die bei Peter Beeken in Ocholt, Dieter Hellmers in Felde und Heino Hots in Petersfeld mitarbeiten durften.

Neu war der Praktikantenaustausch nicht, in den vergangenen Jahren konnten immer wieder in Westerstede Praktikumsplätze angeboten werden, aber in diesem Jahr gelang es den Initiatoren erstmals, das Angebot als sogenanntes Leader-Projekt zu verankern. Sprich: Die EU fördert für fünf Jahre den Austausch. Leader steht dabei für „Liaison Entre Actions de Développement de l’Économie Rurale“ (Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft). Ziel ist es, die Entwicklung des ländlichen Raums innerhalb der Europäischen Region zu fördern.

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Finanzielle Förderung

Damit einher geht auch eine Kostenübernahme: Ab sofort werden die Auslagen für die Reise, Versicherung, Schulungen und Wochenendbetreuung über den Leader-Topf finanziert. Einzig die Ausgaben für Kost und Logis sowie ein Taschengeld von 150 Euro pro Praktikant gehen vom Konto der Betriebe aus den Bereichen Landwirtschaft und Baumschulen oder auch erneuerbaren Energien ab. Die Schüler sollen sich so praktisch-betriebliche Fähigkeiten aneignen. Die Organisation übernimmt künftig die Deula.

Kontakte knüpfen

Das Ziel ist das gleiche wie noch vor ein paar Jahren: Dem Fachkräftemangel entgegenwirken und interessierte junge Menschen für die grünen Berufe gewinnen, Kontakte zwischen Betrieben und Jugendlichen knüpfen, durch die sich dann eventuell sogar Arbeitsverhältnisse entwickeln. Gleichzeitig soll die Partnerschaft zwischen Deula und berufsbildender Schule in Polen gestärkt werden.

Hans-Gerd Harms und sein Sohn Volker Harms, die den Betrieb in Hoheliet gemeinsam führen, unterstützen seit langem den Praktikantenaustausch. Mal machen sie gute, mal schlechtere Erfahrungen mit den Jugendlichen. Von dem Projekt an sich sind sie jedoch sehr überzeugt.

Mit Marcin Janiak und Marcin Wizner waren sie sehr zufrieden. „Sie haben sich eingebracht, wollten mitarbeiten“, so Hans-Gerd Harms. Die Verständigung sei kein Problem gewesen, da die drei polnischen Mitarbeiter auf dem Hof gern beim Übersetzen halfen. Mit ihnen durften die zwei Jungs auch mitlaufen und mehr über die Arbeit auf einem solch großen Hof lernen. Für Marcin Janiak und Marcin Wizner eine tolle Chance, denn beide möchten die elterlichen Höfe übernehmen – und wenn möglich eines Tages vergrößern.

Positive Resonanz

So viel Engagement freute auch Friedrich Webermann, Vorsitzender des Partnerschaftsvereins. Er hofft, dass künftig weitere Baumschulen, Garten- und Landschaftsbau sowie landwirtschaftliche Betriebe aus der Region für das Projekt gewonnen werden können. „Bis heute habe ich nur Positives gehört, alle Beteiligten sind sehr zufrieden. Ich hoffe, dass wir unser Projekt auch künftig so erfolgreich weiterführen können.“

Anuschka Kramer Redakteurin / Redaktion Westerstede
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