Westerstede Manfred Janßen nimmt sich Zeit. Immer. „Das ist wichtig“, sagt der 67-Jährige – und weiß das aus Erfahrung. Seit zwei Jahren ist er Patientenbeauftragter an der Ammerlandklinik in Westerstede und zieht rückblickend eine durchweg positive Bilanz. „In weit über 90 Prozent der Fälle konnte ich bislang helfen“, sagt er, während er in seinem kleinen Büro in Gebäude V, dem kaufmännischen Bereich der Ammerlandklinik, sitzt.

In dem Büro ist der Edewechter einmal in der Woche anzutreffen, hört sich an einem kleinen Tisch die Sorgen, Ängste und Kritik, aber auch Lob von Patienten und Angehörigen an, agiert als Vermittler bei Konflikten, bespricht Unstimmigkeiten oder analysiert mit Hilfesuchenden auch Missverständnisse. Und noch ein weiterer Punkt liegt ihm sehr am Herzen: die Aufklärung über Patientenverfügungen. Auch das ist Teil seines Jobs.

Sicher ist: Bei Manfred Janßen ist jeder willkommen, wenn auch nicht jedes Problem von ihm gelöst werden kann. Patienten, die beispielsweise Fragen zu ihrer Behandlung haben oder einen Rat zu ihrer Diagnose wünschen, kann er lediglich zu Ansprechpartnern weitervermitteln.

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Kritik und Fragen

Anders sieht es beispielsweise bei Beschwerden zu organisatorischen Abläufen in der Klinik aus, etwa zu Wartezeiten in der Notaufnahme. Die gibt der Patientenbeauftragte nach dem Gespräch an die entsprechenden Stellen weiter. Gelegentlich, so weiß der 67-Jährige zu berichten, benötigten die Menschen aber auch einfach nur jemanden, bei dem sie ihren Ärger über Vorkommnisse im Krankenhaus ablassen könnten. „Dann bin ich eine Art Prellbock“, sagt Manfred Janßen, doch auch das gehöre dazu und auch diese Anliegen nehme er sehr ernst.

Dann wieder benötigen Angehörige seinen Rat, die angesichts von Tod oder schwerer Krankheit eines Familienmitgliedes oder des Partners um Unterstützung bitten, und sei es, dass sie nur Nummern und Namen passender Ansprechpartner erhalten. „Ich helfe, soweit es mir möglich ist“, sagt der 67-Jährige und strahlt dabei eine große Ruhe und Besonnenheit aus.

Bei all der Arbeit ist Manfred Janßen stets neutral und unabhängig. Denn als Patientenbeauftragter ist Manfred Janßen wie alle anderen Patientenfürsprecher, wie die Ehrenamtlichen auch genannt werden, nicht an Weisungen von der Klinik-Leitung gebunden. Im Gegenteil, er ist zur objektiven und unparteiischen Lösung der anvertrauten Aufgaben verpflichtet. Darüber hinaus werden Inhalte aller Gespräche vertraulich behandelt. „Eine Entbindung von der vorgeschriebenen Schweigepflicht kann nur durch den Patienten erfolgen“, sagt er.

Start in 2015

Das Amt des Patientenbeauftragten gibt es an der Ammerland-Klinik seit 2015. Die Stelle wurde damals – wie im Grunde alle derartigen an allen Krankenhäusern des Landes – auf Anregung von Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD) geschaffen. Manfred Janßen bewarb sich und wurde genommen. Zu diesem Zeitpunkt war der Regierungsschuldirektor noch nicht ganz aus dem Beruf heraus, hatte vielfältige Verpflichtungen, aber der Spagat zwischen Job und neuem Ehrenamt funktionierte. Die Erfahrungen aus seinem Beruf, seiner Tätigkeit im Beschwerdemanagement und weiteren Ehrenämtern zuvor helfen ihm heute sehr, sich allen Anliegen gut widmen zu können.

Oft gibt’s Lob

Der 67-Jährige ist aber auch froh, dass sich Patienten und Angehörige oft sogar Zeit nehmen, ein Lob für Krankenhaus, Ärzte oder Pfleger auszusprechen. „Vieles läuft hier richtig, das freut mich“, sagt der 67-Jährige, der sein Ehrenamt gern erfüllt und es da auch mit den Bürozeiten nicht so genau nimmt. „Ich treffe mich auch außerhalb der eigentlichen Sprechstunde mit den Patienten“, sagt Manfred Janßen. Und bei Bedarf würden auch Treffen außerhalb des Klinik-Geländes vereinbart.

Fünf Jahre währt die Vereinbarung mit der Klinik insgesamt, die restlichen drei Jahre lange möchte Manfred Janßen auf jeden Fall weiter den Patienten und Angehörigen zur Seite stehen. „Es ist eine schöne Aufgabe, den Menschen zu helfen, und es ist wirklich hochinteressant.“

Anuschka Kramer Redakteurin / Redaktion Westerstede
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