Wiefelstede „Jona zum Einkaufen mitzunehmen, ist eine echte Herausforderung“, sagt Tanja Hinrichs. Ihr 14-jähriger Sohn nimmt alle Geräusche um ihn herum ungefiltert auf, alle gleichzeitig, alle gleich laut. „Wenn ihm das zuviel wird, dann beginnt er zu schreien – oder er krampft“, erzählt die Mutter. Krämpfe hat Jona oft. Seit Sommer 2014 war es schlimmer geworden. Auch die allgemeine körperliche Verfassung Jonas hatte sich verschlechtert.

Im November 2014 hatte sich der Junge bei einem Krampfanfall beide Unterarme gebrochen, erzählt die Wiefelstederin. Jona ist Autist und hat zudem diese epileptischen Krampfanfälle manchmal mehrmals täglich. Ich weiß nie, ob ich meinen jeweiligen Tagesplan einhalten kann“, sagt die 46-Jährige. Die Nächte sind nicht besser – auch wenn die Mutter ein Babyfon mit Ton und Bild am Bett stehen hat.

Wieder zur Schule

Jona besucht gerade wieder die Astrid-Lindgren-Schule in Edewecht. Es geht ihm wieder etwas besser. „Als es ihm so schlecht ging, war das gar nicht drin“, erzählt Tanja Hinrichs. Mitarbeiterinnen eines Pflegedienstes begleiten Jona zur Schule. „Das ist die Zeit, in der ich Dinge erledigen kann – wie das Einkaufen“, sagt die alleinerziehende Mutter, die einen zweiten, älteren Sohn hat: Joke (16).

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Spazierengehen mit Jona – das sind Zeiten, die schön sind auch für die Mutter. Jona liebt es auch zu essen – und er liebt sein Spielzeug. Und er liebt es, im Wasser zu sein. Aber er wirft auch alles von sich, das er in die Hände bekommt. Auch deshalb muss Jona gefüttert, nie darf er alleingelassen werden. „Da stehen selbst kleinste eigene Bedürfnisse die meiste Zeit hintenan“, sagt die Mutter.

Ständig unterwegs

Bevor es Jona schlechter ging, konnte er zumindest wenige Schritte an der Hand laufen. Oder durchs Haus krabbeln – Dinge, die er sein Leben lang lernen musste. Nachdem er sich beide Unterarme gebrochen hatte, sprachen Ärzte dann auch von Osteomalazie, einer schmerzhaften Knochenerweichung.

„Wenn Jona einen schlechten Tag hat, kann er nicht mal sitzen“, erzählt die Mutter. An nahezu jedem Tag der Woche ist sie mit ihm unterwegs – zur Therapie. Oder zum Arzt. Oder auch zum Autismus-Therapie-Zentrum in Bad Zwischenahn.

Und da Jona mittlerweile knapp 40 Kilogramm wiegt und größer wird, ist es für Tanja Hinrichs immer schwieriger, Jona ins Auto zu heben. Den großen Rolli kann sie ohne Hilfe gar nicht ins Auto bugsieren, sagt die gelernte Arzthelferin, die – seit es Jona schlechter ging – nicht mehr arbeiten konnte. Und davor auch nur wenige Stunden – wenn Jona eben in der Schule war. Manche Fahrt endet bereits an der Haustür, wenn Jona wieder solche Schmerzen hat, dass er sich nicht ins Auto heben lässt. „Dann geht gar nichts mehr“, erzählt die Mutter.

Über den Verein „Mobil mit Behinderung“ (MMB) in Jockgrim, in dem sie Mitglied ist, hat sie eine Liste mit Adressen von Stiftungen erhalten, die Gelder geben könnten – für ein neues Auto mit Rollstuhlrampe, mit dem die Wiefelstederin unabhängig wäre. Sie könnte Jona samt Rollstuhl ins Auto schieben und ihn sichern – und dann einfach losfahren. Viele der Stiftungen hat sie bereits angeschrieben, Fragebögen ausgefüllt – und auch schon Zusagen über bislang 9200 Euro erhalten. Beim Landkreis Ammerland versucht sie derzeit, eine Förderung der Umrüstung eines solchen Autos zu bekommen. Die allein kostet 7200 Euro, sagt Tanja Hinrichs, fürs Auto hat der Verein knapp 21 000 Euro veranschlagt.

Spendenkonto für Jona

Also wird sie weitere Stiftungen anschreiben. MMB – ein „Verein zur Unterstützung behinderter Menschen zum Erreichen und Erhalt der individuellen Mobilität“ – hat zweckgebunden ein Spendenkonto für Jona eingerichtet (siehe Infokasten).

Auch wenn es Jona mittlerweile wieder etwas besser geht, leidet er derzeit oft unter Muskelkrämpfen. „Jona muss alle drei Monate an den Tropf“, erzählt Tanja Hinrichs. Irgendwie löst das diese Muskelkrämpfe aus, die teils auch wieder zum epileptischen Krampfen führen können. „Aber insgesamt geht es ihm im Moment wieder besser“, freut sich die Mutter.

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