Edewecht Einen seltsamen Anruf erhielt kürzlich die Edewechterin Elke Gerdes. Bei ihr meldete sich ein angeblicher Oberstaatsanwalt vom Amtsgericht Hamburg, mit Professoren- und Doktortitel, und sagte, dass die Edewechterin aus einem juristischen Verfahren in der Türkei 44 449,50 Euro als Entschädigung erhalten solle. Sie sei Opfer von Datenschutzschädigungen geworden, die Betrüger seien verhaftet worden, an sie solle die Summe ausgezahlt werden. Vorab solle sie jedoch 6460 Euro überweisen. „Bei mir war der Mann an der richtigen Adresse. Ich wusste, dass das so alles nicht stimmen konnte, zumal ich gelernte Rechtsanwalts- und Notarsgehilfin bin“, so Elke Gerdes. Unangenehm sei ihr das Ganze aber doch gewesen, weil der Anrufer Details wusste, die er von ihr nicht hatte: Sie und ihr Mann waren im Spätherbst 2015 in der Türkei gewesen und der „Oberstaatsanwalt“ kannte Kontonummer und Adresse von ihr.

Beides stimmte jedoch nicht mehr – Elke Gerdes ist schon seit Jahren Kundin bei einer anderen Bank, auch der Wohnort ist nicht mehr derselbe. Die Edewechterin verwies in dem Telefonat darauf, dass sie sich wundere, weil sie vor diesem Vorfall nichts schriftlich bekommen habe und sie ohnehin auch nicht soviel Geld überweisen könne. Dann ging sie zur Polizei.

„Betrüger versuchen auf vielfältige Weise, an das Geld anderer zu kommen“, weiß Heiner Vorwerk, Leiter des Kriminal- und Ermittlungsdienstes und Pressesprecher des Polizeikommissariats Bad Zwischenahn. Dazu gehörten z.B. Anrufe wie der, den die Edewechterin erhalten habe, oder solche, wo einem Gewinne oder Erbschaften versprochen würden, wenn man vorab eine Summe Geld bezahle. Besonders perfide seien diese Anrufe dann, wenn Betrüger es durch technische Manipulationen verstünden, eine Telefonnummer aufleuchten zu lassen, die es tatsächlich gäbe, obwohl der Angerufene sich von ganz woanders melde. Bei solchen Telefonaten könnten die Angerufenen z.B. sagen, dass man sich erst mit der Familie abstimmen wolle und sich später selbst wieder melden werde. Wichtig sei es, sich nicht überrumpeln zu lassen und schon gar keine persönlichen Daten (Kontonummern, Adressen) dem Anrufer mitzuteilen.

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„Immer wenn eine Gegenleistung gefordert wird, sind Vorsicht und Misstrauen angebracht“, rät der Experte. Die Betrüger nutzten Glücksgefühle oder Schocksituationen der Angerufenen aus. Schocksituationen, die z.B. entstünden, weil Betrüger sich als Angehörige ausgeben würden, die in größten Schwierigkeiten steckten, weil sie angeblich im Ausland einen Unfall hätten oder nach einer Körperverletzung drohten ins Gefängnis zu kommen und deshalb Geld benötigten (Enkeltrick). Wichtig sei es gerade auch für Ältere, Vereinbarungen mit der eigenen Bank zu treffen und sich keine größere Summen an einem Tag auszahlen zu lassen. Umgehend verständigen sollte man in solchen Fällen die Polizei.

Doris Grove-Mittwede Redakteurin / Redaktion Westerstede
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