KLEIN SCHARREL An die kleinen Widrigkeiten der Anfangszeit kann sich Lisa Kaiser noch gut erinnern. Als „Flintenweiber“ seien sie belächelt und mit viel Argwohn der männlichen Vereinskameraden bedacht worden, erzählt die 72-Jährige, die fast von Beginn an der Damenriege des Schützenvereins Klein Scharrel angehört, die in diesen Tagen ihr 40-jähriges Bestehen feiert.

„Mutter der Kompanie“

Mit zehn Frauen wurde 1971 eine eigene Abteilung gegründet. „Wir waren erst bei den Herren nicht gern gesehen, haben aber nicht nachgelassen und uns schließlich durchgesetzt“, weiß Lisa Kaiser, die vereinsintern oft „Mutter der Kompanie“ genannt wird, zu berichten. Das Verhältnis zwischen Schützenschwestern und -brüdern habe sich aber schnell normalisiert, meint die Kleefelderin.

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Heute sind die Damen aus dem Schützenverein kaum noch wegzudenken. Keine Selbstverständlichkeit, denn bei vielen Vereinen sind Schützinnen noch immer verpönt. Zudem gibt es in Klein Scharrel auch weiterhin eine Damenkönigin – die man andernorts vergeblich sucht.

Bei allen Anlaufschwierigkeiten haben die Schützen vom Küstenkanal ihre Damenriege längst schätzen gelernt. „Unsere Frauen sind die tragende Säule des Vereins“, hebt Vize-Präsident Werner Hollje ihre Bedeutung hervor.

Er muss es wissen, schließlich ist Hollje oft genug „Hahn im Korb“ bei den Übungsabenden der Damenrunde, die sich seit jeher Mittwochabend trifft. „Vor allem wenn es ans Kleinkaliber geht, wird gern auf meine Hilfe als Sportleiter zurückgegriffen“, sagt Hollje zu seinen Stunden allein unter Frauen – und kann sich ein verschmitztes Lächeln nicht verkneifen.

Mit 55 Mitgliedern der Damenabteilung hat sich diese Zahl über die Jahre mehr als verfünffacht. Immerhin etwa 20 weibliche Schützen nehmen aktiv am Schießbetrieb teil. Nachwuchsprobleme gibt es trotzdem. „Es ist nicht leicht, neue Mitglieder zu gewinnen“, klagt Vize-Präsidenten Claudia Oeltjenbruns.

Dabei sorgen die Vereinsdamen mitunter sogar selbst dafür, dass jüngere Schützengenerationen nachkommen. „Einige Mütter haben ihre Kinder schon früh mitgebracht und so an den Schießsport herangeführt. Die Kleinen haben sich recht wohl hier gefühlt und viele sind uns dann auch treu geblieben“, sagt Claudia Oeltjenbruns. Dennoch fehlen die Jahrgänge der 25- bis 35-Jährigen im Verein fast ganz.

Kein Mangel an Aktivitäten

An der Atmosphäre in der Abteilung oder einem Mangel an Aktivitäten könne dies allerdings nicht liegen, erklärt sie weiter. „Der Zusammenhalt ist sehr gut bei uns, wir sind auch alle privat befreundet. So ergibt es sich von selbst, dass unsere Treffen stets schöne Abende werden“, so Claudia Oeltjenbruns. „Und wer nicht zum Schießen kommt, ist wegen der Geselligkeit da“, ergänzt Lisa Kaiser.

Und gesellig wurde erst am vergangenen Sonnabend wieder bei der Feierstube zum 40-jährigen Bestehen der Damenriege. Viele Schützenvereine aus der Region hatten Abordnungen entsandt, um den Klein Scharreler Frauen zu gratulieren.

Sebastian Kelm Apen / Redaktion Ammerland
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