BAD ZWISCHENAHN Für Carl-Ulrich Frenzel ist es „unverschämte Abzocke“, für die Gemeinde „eine Einnahmequelle“. Gemeint ist beide Male dasselbe: die Zweitwohnungssteuer. Diese wird seit 2009 in Bad Zwischenahn von Menschen erhoben, die im Kurort mit dem zweiten Wohnsitz gemeldet sind. So wie Carl-Ulrich Frenzel, der seit 1998 eine Wohnung hat, die ausschließlich von ihm und seiner Frau genutzt werde, wie er betont.

Doch nicht die Steuer allein ist Frenzel, der die meiste Zeit des Jahres in Mühlheim an der Ruhr wohnt, ein Dorn im Auge. Vor allem die Kombination mit dem Kurbeitrag, den er und seine Frau auch zahlen müssen, ärgert ihn: „Die Gemeinde verschleudert Geld und nimmt diejenigen aus, die Zwischenahn unterstützen.“

Als er Anfang des Jahres den Bescheid über den Kurbeitrag über 108 Euro erhielt, reichte es dem Mühlheimer. Mit der Zweitwohnungssteuer müssen er und seine Frau jährlich 538 Euro zahlen – obwohl „wir nur tageweise in unserer Zweitwohnung sind“.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den Corona-Update-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Frenzel legte Widerspruch ein. Geklagt hatte er auch gegen die 2009 eingeführte Zweitwohnungssteuer, wie sieben weitere Menschen mit Zweitwohnsitz im Kurort – von insgesamt rund 400. Alle Klagen seien abgewiesen worden, heißt es aus dem Rathaus. Und auch der Einspruch gegen den Kurbeitrag wird nicht akzeptiert. Der werde seit den 80er Jahren erhoben. Beitragspflichtig sind Tagesgäste, die im Ort übernachten, und Menschen mit Zweitwohnsitz. Besucher und Zwischenahner zahlen nicht.

Bürgermeister Dr. Arno Schilling macht Frenzel keine Hoffnung auf Änderung. Die Zweitwohnungssteuer sei politisch gewollt. Mit ihr beteiligten sich die Betreffenden am infrastrukturelle Aufwand der Gemeinde.

Frenzel hingegen sieht Bad Zwischenahn auf einem falschen Weg. Er hat sich umgehört: „Bad Nenndorf und Bad Pyrmont erheben keine Zweitwohnungssteuer, lediglich einen Kurbeitrag.“

Markus Minten Leitung / Lokalredaktion
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.