Bad Zwischenahn Für die von der Gemeinde mit Trinkwasser versorgten rund 3700 Haushalte wird es teurer. Der zuständige Betriebsausschuss ist dem Vorschlag der Gemeindewerke für Wasser und Abwasser einstimmig (bei einer Enthaltung von Ludger Schlüter, Grüne) gefolgt, die Preise zum 1. Januar um 0,25 Euro pro Kubikmeter (m³) anzuheben. In der Stufe 1 (Verbrauch bis 2500 m³/Jahr) sind künftig 1,23 Euro statt 0,98 Euro/m³ zu bezahlen, gut 25 Prozent mehr. Ein Vier-Personen-Haushalt zahlt künftig rund 43 Euro mehr im Jahr. Die endgültige Entscheidung trifft der Gemeinderat am 15. Dezember. Die letzte Preiserhöhung im Trinkwasserbereich hatte es 2009 gegeben.

Noch höher fällt die Preissteigerung für Großabnehmer aus. So zahlen Betriebe mit einem Wasserverbrauch von mehr als 2500 m³ künftig 1,10 statt 0,85 Euro/m³, bei einer Abnahme von mehr als 12 000 m³ 1,06 statt 0,81 Euro/m³. Für ein Hotelbetrieb mit 3500 m³ Verbrauch stiegen die Kosten von rund 3500 auf künftig 4389 Euro, für die Kurbetriebsgesellschaft von rund 20 000 auf mehr als 27 000 Euro im Jahr, rechnete Lutz Schöbel, Leiter der Gemeindewerke, im Ausschuss vor.

Gründe für die Preissteigerung seine „stark gestiegene Personal- und Stromkosten“ sowie stagnierender Verbrauch. Ohne eine Erhöhung der Gebühr sei die Erwirtschaftung des Mindestgewinns und die Abführung der Konzessionsabgabe an den Gemeindehaushalt gefährdet.

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Die Gemeindewerke versorgen den Hauptort, Rostrup, Specken und Teile von Ekern. In den übrigen Gemeindeteilen übernimmt das der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV). Dessen Preis liegt bei 0,95 Euro/m³, hinzu kommt ein Grundpreis. Laut Gemeinde sind die Wasserwerke bei kleineren Haushalten auch künftig günstiger, bei größeren der OOWV. Allerdings zahle der Verband, anders als die Gemeindewerke keine Konzessionsabgabe, verweist Schöbel auf den ungleichen Wettbewerb.

Schlüter kritisierte den „zu großen Sprung“. Man hätte bereits vor zwei Jahren erhöhen müssen, meinte der Grünen-Ratsherr. Kämmerer Rolf Oeljeschläger betonte indes, dass eine Preiserhöhung erst umgesetzt werde, wenn sie unumgänglich sei, nicht auf Vorrat. Er rechne damit, dass „der OOWV nachzieht“.

Ausschussvorsitzender Ralf Haake (CDU) verwies auf absolute Zahlen: So kosteten 1000 Liter vom wichtigsten Lebensmittel künftig 1,23 Euro. Dieselbe Menge Mineralwasser würde über 500 Euro kosten. Auch Dr. Peter Wengelowski (SPD) sieht das Problem nicht auf der Kostenseite, sondern bei der Ertragslage: „Durch Wassersparen erhöht sich die Gebühr.“

Sinken sollen hingegen die Kosten für Hauskläranlagen von 46 auf 41 Euro/m³ sowie für abflusslose Sammelgruben von 22 auf 15 Euro/m³. Die Abwassergebühren bleiben mit 2 Euro/m³ ebenso stabil wie die Niederschlagswasserbeseitigungsgebühr mit 0,28 Euro/m² Fläche.

Markus Minten Leitung / Lokalredaktion
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