BAD ZWISCHENAHN Während bei Klienten und Patienten die Männer deutlich in der Überzahl sind, fehle dieses Geschlecht in der Therapie ganz klar. Wolfgang Schmitt weiß, wovon er spricht: In seinem Team ist der Leiter der Fachstelle Sucht im Ammerland allein unter Frauen. Neben dem Diplom-Sozialarbeiter kümmern sich sechs Mitarbeiterinnen um die Belange von Süchtigen im Landkreis Ammerland, fünf von ihnen in Beratung und Behandlung. Dienstag hat die Einrichtung der Diakonie den Jahresbericht für 2010 vorgelegt.

Recht stabil ist die Zahl der Hilfesuchenden: 376 Personen haben im Vorjahr den Weg in den Fährweg 2 in Bad Zwischenahn gefunden, wo Suchtkranke aus dem Ammerland Hilfe finden. 297 Klienten hatten erstmals den Kontakt gesucht, 282 waren Betroffene, 94 haben sich als Angehörige an die Beratungsstelle gewandt. Die Fachstelle ist Ansprechpartner für Alkohol-, Spiel- und Medikamentensucht sowie bei Essstörungen.

Während die Männer mit 211 Betroffenen (Frauen: 71) die Statistik klar dominieren, sieht es bei den Angehörigen anders aus: Unter 94 Ratsuchenden waren 65 Frauen. Neben den 282 Betroffenen selbst waren 171 Partner und 673 Kinder direkt von Suchterkrankungen betroffen.

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Genau diese Angehörigen will die Fachstelle in Zukunft vermehrt unterstützen. Eine Gruppe mit Partnern von Betroffenen, die bereits in die Fachstelle kommen, ist gerade angelaufen. Weitere Gruppen seien in Planung, kündigte Sabine Mix-Puschmann an.

Derzeit ist Alkohol (Männer: 83 Prozent, Frauen: 80 Prozent) mit Abstand das häufigste primäre Suchtproblem. Bei den Männern liegt Glücksspiel mit 15 Prozent aber schon deutlich an zweiter Stelle, bei den Frauen mit 6 Prozent nach Medikamenten (10 Prozent) an dritter. Hier sieht Mix-Puschmann „eine Welle auf uns zuschwappen“.

Erfreulich ist für Schmitt hingegen eine andere Zahl: 21 Prozent der Betroffenen kommen auf Vermittlung ihres Arztes. „Die sind zunehmend sensibilisiert.“ Und noch eine positive Entwicklung hat der Fachstellenleiter ausgemacht: Klienten kommen immer früher: „Je eher die Menschen kommen, desto besser sind die Heilungschancen.“ Aber genau da liege das größte Problem: „Die Suchtproblematik wahrzunehmen ist ein Prozess.“ Und der dauere mitunter zehn Jahre oder länger.

Markus Minten Leitung / Lokalredaktion
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