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Metjendorf Rappelvoll wars am Donnerstagabend in Köhnckes Hotel in Metjendorf, wo die Gemeinde zur Bürgerinformation über eine geplante Pflege- und Tagespflegeeinrichtung für Senioren sowie eine Wohnanlage für betreutes Wohnen in Metjendorf eingeladen hatte. Investor Rainer Gloy – ebenfalls anwesend – möchte die Anlage, wie berichtet, auf dem Gelände des alten Kröger-Hofs, Metjendorfer Landstraße 15, und der dahinter liegenden Obstbaumwiese errichten. Das Oldenburger Planungsbüro NWP stellte die Planung vor (siehe Infokasten unten). Viele Gegner des Projekts äußerten ihren Unmut über die Planung an diesem Standort.

Unterschriften übergeben

Im Vorfeld hatte die Bürgerinitiative „Kröger-Hof/Alte Obstbaumwiese“ eine Unterschriftenaktion für die Erhaltung von Hof und Wiese gestartet. 620 Unterschriften kamen in knapp eineinhalb Wochen zusammen, die Bettina Hauke von der Initiative in der Versammlung an Bürgermeister Jörg Pieper übergab. Die Versammlung fand im Rahmen des Planverfahrens statt: Anregungen und Bedenken der Einwohner werden dabei gesammelt und fließen ins Verfahren ein.

Seniorenanlage mit zwei gebäuden – verlust der Obstbaumwiese würde kompensiert

Das Planungsbüro NWP aus Oldenburg stellte die Planung für die Seniorenanlage nochmals in der Versammlung vor.

Zwei Gebäude sollen auf dem Gelände Metjendorfer Landstraße 15 errichtet werden, beide zweigeschossig. Das vordere für den Pflegebereich – rund 60 Meter lang und in Teilen bis zu 26,5 Meter breit – hat eine Firsthöhe von 11,65 Meter, das hintere fürs betreute Wohnen – 30 Meter lang und zwischen 15 und 26,5 Meter breit – eine Firsthöhe von 9,90 Meter. Traufhöhe bei beiden: maximal 6,5 Meter.

Das Planungsbüro machte deutlich, dass beim derzeitigen Planungsstand der Kröger-Hof nicht stehenbleiben kann. Auch die Obstbaumwiese könne so nicht erhalten werden, der Verlust müsse an anderer Stelle ausgeglichen werden – „externe Kompensation“ nennt man das.

Beim hinteren Haus würden die Abstände zur Nachbarschaft höher sein als vorgeschrieben, nach hinten hinaus zehn Meter. Die Planung sieht auch Stellplätze für Autos vor. Vorhandene, ortsbildprägende Bäume an der Metjendorfer Landstraße sollen erhalten werden, kündigten die Planer an. Ein zwei bis drei Meter breiter Grünstreifen wird für die Anpflanzung von Gehölzen vorgesehen – zur Nachbarschaft hin.

Erstellt wird im Rahmen des Verfahrens auch eine „faunistische Kartierung“, die untersucht, welche Tiere vor allem auf dem hinteren Teil des Geländes ihren Lebensraum haben.

Bislang ist der Kröger-Hof nicht als denkmalgeschützt erfasst, hieß es. Davon seien auch die Planungen ausgegangen. Nun soll es jedoch noch eine dendrochronologische Untersuchung geben. Dabei wird das Alter des verbauten Holzes ermittelt. Die Ergebnisse auch dieser Untersuchung sollen in einer der nächsten Sitzungen des Bau- und Umweltausschusses bekannt gegeben werden.

Viele Bedenken betrafen den drohenden Abriss des Kröger-Hofs, eine der letzten noch verbliebenen Hof­stellen aus den Anfängen Metjendorfs, die allerdings bislang vom Denkmalschutz nicht erfasst ist. Die Gemeinde habe diesbezüglich im Vorfeld des Planverfahrens bei den entsprechenden Behörden nachgefragt, betonte der Bürgermeister. Allerdings werde nun noch eine dendrochronologische Untersuchung stattfinden: Das Ergebnis werde in einer der nächsten Sitzungen des Bau- und Umweltausschusses vorgestellt.

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Auch der bundesweite Verein „Interessengemeinschaft Bauernhaus“ macht sich für die Erhaltung der Hofstelle stark. In einem Schreiben an die Gemeinde verweist Ammerland-Sprecher Manfred Meins aus Wahnbek darauf, dass es sich bei dem Gebäude um ein „Niederdeutsches Hallenhaus in Zweiständerbauweise“ handele. Von dem verwahrlosten Zustand des Geländes dürfe keinesfalls auf den baulichen Zustand des Hauses geschlossen werden: Das gesamte tragende Ständerwerk sei mehr oder weniger komplett erhalten und in einem ausgesprochen guten Zustand.

„Am falschen Platz“

Als „an sich schön, aber am falschen Platz“, bezeichnete eine Einwohnerin die geplante Anlage – auch im Hinblick auf die für Senioren nicht ungefährliche Verkehrssituation an der Metjendorfer Landstraße. Diese sprach auch Anja Plömacher von der Entsorgungsfirma Plömacher an, die ihre von gut 120 Lkw täglich genutzte Ein- und Ausfahrt zum Betriebsgelände genau gegenüber der geplanten Einfahrt zur Seniorenanlage hat. Sie fragte an, ob die Einfahrt zur Seniorenanlage nicht verschoben werden könnte.

„Immer weniger Grün“

Nabu-Mitglied Michael Engels wünscht sich bei Baumaßnahmen in Metjendorf, Heidkamp und Ofenerfeld insgesamt „mehr Zurückhaltung“ bei Bauvorhaben im Rahmen der Innenentwicklung, bei denen im Gemeindesüden immer mehr Grün und damit auch Lebensraum für Tiere verschwinde: „Die Gemeinde sollte sorgfältiger mit dem Ortsbild und den verbliebenen Grünstrukturen umgehen.“ Er plädierte wie andere auch für eine Verlagerung des Projektes an den „Ostkamp“, wo die Gemeinde auf einer eigenen Fläche Wohnbebauung ermöglichen will (die NWZ  berichtete). Diese Forderung erneuerte für seinen Verein auch Uwe Krummacker, Vorsitzender des Ortsbürgervereins Metjendorf-Heidkamp-Ofenerfeld.

Nur Renate Heerwagen, stellvertretende Vorsitzende des Seniorenbeirates der Gemeinde, machte sich für das Projekt am geplanten Standort stark. „Wir werden alle älter“, sagte sie und erinnerte zudem daran, dass die Fläche am „Ostkamp“ doch eher dazu dienen sollte, bezahlbaren Wohnraum anzubieten.

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