Bad Zwischenahn Deutliche Worte von Architekt Udo Janßen am Dienstagabend im Ausschuss für Wirtschaft, Finanzen und Tourismus: Die Technik im Zwischenahner Wellenhallenbad habe das Ende ihrer Lebenserwartung erreicht, wenn nicht überschritten. Optisch wie technisch sei das Bad weitgehend im Zustand wie bei seinem Bau 1976.

Im Rahmen der Haushaltsberatungen stellte der Zwischenahner Architekt Kostenschätzungen zur Sanierung vor: Die Quintessenz: Um das Bad energetisch und technisch auf den aktuellen Stand zu bringen, muss die Gemeinde mindestens 4,4 Millionen Euro ausgeben. Die Zahlen basieren auf einem Konzept, mit dem Ende 2015 ein Förderantrag für die Sanierung und „Attraktivierung“ des Bades gestellt wurde.

Nachdem dieser Antrag abgelehnt wurde, hat Janßen jetzt für die Gemeinde die Kosten herausgezogen, die sich auf die Sanierung von Dach, Fassade und Fensterfront, der Decke inklusive Elektro- und Belüftungstechnik sowie der Schwimmbadtechnik im Keller beziehen. Dazu kommt eine neue Beleuchtung in LED-Technik. Nicht eingerechnet sind allerdings die seit 2015 generell gestiegenen Baukosten und Kostensteigerungen, die entstehen würden, wenn die Sanierung in mehrere Abschnitte aufgeteilt wird.

Genau das hat die Gemeindeverwaltung vorgeschlagen. Für 2017 war im Haushalt der Austausch der Fensterflächen vorgesehen. Ein Baubeginn noch 2017 ist nach Janßens Worten aber kaum mehr möglich, zudem tendierte der Architekt dazu, im Zweifel zunächst das Dach zu sanieren und energetisch zukunftsfest zu machen.

In der Politik setzte sich letztlich eine andere Haltung durch: Sie gab zwar grünes Licht für die Haushaltsmittel, versah diese aber mit einem Sperrvermerk. Das heißt, ohne erneute Beratung kann nicht gebaut werden. Und die Politik meldete eine Menge Beratungsbedarf an.

Bevor die Fraktionen ihre endgültige Zustimmung geben, wollen sie ein schlüssiges Konzept über Planung und Abfolge der Bauarbeiten sehen. Einen Schritt weiter ging die CDU: Sie stelle zwar den Grundsatzbeschluss, das Bad zu erhalten, nicht in Frage, sagte Frank Martin. Sie halte es aber unbedingt für notwendig, ein Konzept zu haben, mit dem das Bad nicht nur technisch auf dem neuesten Stand sei, sondern auch für die kommenden 20 Jahre attraktiv bleibe. Ob ein Wellenhallenbad in dieser Form noch zeitgemäß und attraktiv ist, stellt die CDU in Frage. Martin brachte auch ein Sole-Bad ins Spiel. Diesen Überlegungen widersprach Bürgermeister Arno Schilling energisch. Über die Sole werde seit Jahrzehnten diskutiert – immer ohne Ergebnis. Und: „Das kostet dann ein paar Millionen mehr“, so Schilling. Zudem sei die Gemeinde gegenüber der Kurbetriebsgesellschaft verpflichtet, die Sanierung umzusetzen. „Wir können das nicht beliebig aufschieben“, so Schilling.

Wie attraktiv ist das Bad eigentlich für die Gäste? Aus den Besucherzahlen der letzten zehn Jahre ist kein eindeutiger Trend abzulesen – sie schwanken zwischen 93 767 im Jahr 2006 und 87 308 im Jahr 2016. Den höchsten Wert gab es mit 105 172 im Jahr 2008, den niedrigsten 2012 mit 83 633 Besuchern. Seitdem knackte das Bad nur noch einmal, nämlich 2014, die 90 000er Grenze.

Pläne für eine neue Gestaltung des Bades gibt es ebenfalls seit dem Förderantrag von 2015, erinnerte Wolfgang Mickelat (SPD). Diese wollen sich die Politiker jetzt noch einmal ansehen. Und bis Mai, so Rolf Oeljeschläger, Fachbereichsleiter Zentrale Verwaltung, gegenüber der NWZ , werde die Verwaltung auch konkretere Zeit- und Ausbaupläne vorlegen können.

Christian Quapp Redakteur / Redaktion Bad Zwischenahn
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