Ausbildung Im Ammerland
Ein Ministerpräsident als Azubi

Stephan Weil besuchte das Bau-ABC. Junge Männer und Frauen aus allen Bereichen der Bauwirtschaft erhalten in Rostrup ihre überbetriebliche Ausbildung.

Bild: Christian Quapp
Bohren mit Fingerspitzengefühl: Ministerpräsident Stephan Weil (links) wurde beim Bau-ABC in Rostrup zum Azubi, der Auszubildende Mario Winkler (Zweiter von links) zum Lehrer.Bild: Christian Quapp
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Rostrup Am Ende seines Rundgangs wurde Stephan Weil im Bau-ABC in Rostrup selbst für einige Minuten zum Azubi: Auf dem Übungsfeld der Brunnen- und Spezialtiefbauer steuerte er unter Anleitung von Azubi Mario Winkler einen Bohrer, der sich mit einer kleinen Bewegung eines Joysticks behutsam in die weiche Erde fraß.

Der Ministerpräsident machte auf seiner Tour durch das Ammerland zum ersten Mal einen Besuch im Bau-ABC. Der Leiter des Bildungs- und Tagungszentrums der Bauwirtschaft, Emke Emken führte ihn gemeinsam mit Lars Keller, Vorsitzender des Vereins zur Berufsförderung der Bauwirtschaft Nord, Karsten Wischhof, Geschäftsführer des Vereins und Jörn Makko, Hauptgeschäftsführer des Bauindustrieverbandes Niedersachsen-Bremen, durch das Zentrum. Einen großen Teil der Erläuterungen übernahmen aber die Azubis selbst.

Die angehende Zimmererin Vanessa Hermes und Rohrleitungsbauer Linus Köneking erklärten die „Learning Toolbox“. Die App für Smartphone und Tablet-PC wurde in Zusammenarbeit mit dem Bau-ABC entwickelt und wird dort vom ersten Tag der Ausbildung an verwendet. Sie enthält zum einen Informationen zur Anreise der Azubis, zu Unterkünften und den täglichen Speiseplan. Aber auch Aufgabenstellungen mit dreidimensionalen Modellen, digitales Aufmaß und Materiallisten haben die Azubis so immer in der Hosentasche – und sie können ihre Arbeit selbst über die App dokumentieren.

Nicht nur beim Einsatz digitaler Technik sei die Ausbildung im Bau-ABC auf dem modernsten Stand, erläuterte Emken zwischen den verschiedenen Stationen. Auch die Ausbildungsphilosophie sei heute eine ganz andere als früher – und als in vielen anderen Berufsfeldern: „Wir sagen keinem Auszubildenden, was er alles noch nicht kann – wir dokumentieren ausschließlich die Fortschritte.“ Lösungsorientiertes Arbeiten sei das Ziel jeder Ausbildung: „Ein Rohrleitungsbauer soll nicht nur Rohre legen, sondern aus Lösungen finden, wenn es dabei ein Problem gibt.“

Weil zeigte sich beeindruckt – nicht nur von den Lehrmethoden, auch von der schieren Größe des Ausbildungszentrums. 22 Berufsfelder werden angeboten, 45 Lehrwerksmeister können in 24 Lehrwerkhallen bis zu 720 junge Männer und Frauen ausbilden. Und die werden gebraucht, denn die Baubranche boomt, hat aber über viele Jahre hinweg Arbeitsplätze abgebaut. Jetzt werden dringend Fachkräfte benötigt und Emken ist überzeugt, dass das auch noch eine lange Zeit so bleibt. Erweiterungsbauten sind bereits in Planung und der Leiter des Bau-ABC gab dem Ministerpräsidenten auch gleich die Bitte um finanzielle Unterstützung mit nach Hannover.

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