Rastede Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat am Donnerstag in Berlin beschlossen, die Neugestaltung des Palais Rastede mit 1,44 Millionen Euro zu fördern. Damit ist der Ausschuss in der Bereinigungssitzung zum Bundeshaushalt 2019 einem Vorschlag seines stellvertretenden Vorsitzenden und Bundestagsabgeordneten für Oldenburg und das Ammerland, Dennis Rohde (SPD), gefolgt. Vorausgegangen war ein gemeinsamer Besuch des Palais von Rohde und dem haushaltspolitischen Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Johannes Kahrs, im August dieses Jahres.

„Ich freue mich sehr, dass der Haushaltsausschuss meinen Vorschlag umgesetzt hat und die Arbeiten im Palais fördert“, sagte Rohde am Rande der Sitzung. „Das Palais leistet enorm wichtige Arbeit für Rastede als Kulturort, für unser Ammerland und für die Region. Damit die Bedeutung des Palais auch für die Zukunft gesichert wird, haben wir uns als Haushaltsausschuss für diese Förderung entschieden. In der Bereinigungssitzung des Ausschusses wird bis spät in die Nacht noch über Projekte verhandelt – es ist gut, dass Rastede davon profitiert.“

Umgestaltung geplant

Geplant sind derzeit die Instandsetzung und die Umgestaltung des Palais, der Nebengebäude, des Wirtschaftshofes und der Torhäuser. Rastede diente den oldenburgischen Grafen, Herzogen und Großherzogen als Sommerresidenz. Als Bestandteil der Parkanlagen wurde das Palais 1822 von Herzog Peter Friedrich Ludwig erworben und 1882 im Sinne des Historismus in sein heutiges Erscheinungsbild versetzt. Seit den 1980er Jahren sind das Palaisgebäude und der Palaisgarten der Öffentlichkeit zugänglich. Das Palais beherbergt Ausstellungen unter anderem zur Kunst und zur Geschichte der Region.

In Rastede löste die Nachricht aus Berlin große Freude aus. „Das ist ein Riesenerfolg für die Gemeinde“, sagte Dr. Friedrich Scheele, Projektentwickler bei der Gemeinde Rastede. Er arbeitet bereits seit einiger Zeit zusammen mit dem Kunst- und Kulturkreis an einem neuen Konzept für das Palais, das er zu einem „Haus für die Bürger“ machen möchte. Das erweiterte Angebot müsse von Hochzeiten über Bürgerversammlungen bis hin zum Poetry Slam reichen, gab er einen Ausblick. Mit der Förderung sei das Palais-Ensemble nun von außen anerkannt als national bedeutsames Kulturgut, sagte Scheele.

Geldregen aus Berlin

Der Geldregen aus Berlin sei ein wichtiger Baustein für die Instandsetzung des Palais und decke rund 50 Prozent der geschätzten Kosten ab. Insgesamt wird die Sanierung (Fassaden, Böden, Decken etc.) und Umgestaltung rund 2,8 Millionen Euro kosten. Scheeles Ziel ist es, den Kostenanteil für die Gemeinde so niedrig wie möglich zu halten. Deshalb habe er an weiteren Stellen Förderanträge gestellt, die nach dem Beschluss in Berlin noch einmal kräftig Rückenwind erhalten dürften, so der Projektentwickler.

Eine Fertigstellung der Arbeiten strebt Scheele für das Jahr 2022 an. Dann nämlich liegt es genau 200 Jahre zurück, dass Peter Friedrich Ludwig das Palais erworben und zum Erbprinzenpalais umgebaut hat.

Frank Jacob
Rastede/Wiefelstede
Redaktion Rastede

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