BAD ZWISCHENAHN Die Schulen sind dieser Tage ein wenig leerer als sonst. Dafür ist es in so manchem Betrieb in Bad Zwischenahn voller – es ist Praktikumszeit. Achtklässler der Hauptschule und Neuntklässler der Realschule sind in der gesamten Gemeinde (und darüber hinaus) ausgeschwärmt, um – meist erstmals – in Berufe hineinzuschnuppern.

Eine davon ist Pauline Siems. Die 14-Jährige besucht die Realschule Bad Zwischenahn. Derzeit ist sie aber in der Goldschmiede von Harm-Friedrich Schmidt zu finden. Ihr gefällt, dass sie „ganz viel selber ausprobieren kann“. Durch ihre Neigung für kreative Arbeiten war sie auf die Idee gekommen, in der Goldschmiede nach einem Praktikum zu fragen. Ob es trotz der „tollen Einblicke“ und „jeder Menge Spaß“ aber mal beruflich in diese Richtung gehen wird, ist für die 14-Jährige noch völlig unklar: „Ich würde auch gerne in die Kinder- und Jugendarbeit gehen.“ Weitere – auch freiwillige Praktika („Je mehr Einblicke ich habe, desto einfacher fällt die Auswahl“) – sollen ihr bei der Entscheidung helfen.

Chance zum Schnuppern

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Für Maurice Mollner (14) steht eins hingegen schon ziemlich fest: „Auf jeden Fall will ich im handwerklichen Bereich arbeiten“, sagt der Hauptschüler, der ebenfalls bei Schmidt „reinschnuppert“. Das Praktikum sei „sehr sinnvoll. So kann ich gucken, ob mir der Beruf wirklich gefällt.“

Schmidt, der seinen „sehr schönen Beruf“ seit 24 Jahren als Selbstständiger ausübt, schon zahlreiche Auszubildende betreut und in der Berufsschule gearbeitet hat, bringt den Sinn eines Praktikums aus Sicht eines Betriebes auf den Punkt: „Wenn ich ausbilde, will ich den Auszubildenden auch gebrauchen können.“ Und das könne man am besten im Praktikum beurteilen.

Für Realschulleiterin Renate August gewinnen Praktika immer mehr an Bedeutung: „Die haben einen ganz hohen Stellenwert. Erstmals verlassen die Schüler den Schutzraum Schule und stellen sich dem beruflichen Alltag.“ Insgesamt 78 Schüler sind allein von der Realschule derzeit unterwegs. Ihnen allen rät die Schulleiterin, es nicht bei den zwei Pflichtpraktika – ein weiteres folgt Anfang des zehnten Jahrgangs – zu belassen: „Oftmals hat sich schon aus einem Praktikum eine Ausbildung ergeben.“

Bewerber beweisen sich

Das kann Sandra Tietjen nur bestätigen: „Ein Praktikum ist bei uns der erste Schritt des Auswahlverfahrens“, so die Leiterin des Gestüts Woldsee in Petersfehn. Ab Sommer will der Betrieb ausbilden. Und wer eine Chance haben will, muss zuvor als Praktikant seine Bereitschaft und Fähigkeit unter Beweis gestellt haben.

Das tun derzeit zwei Mädchen: Melina Schallenberg (15) von der Realschule Bad Zwischenahn und die Gleichaltrige Laura Konjer von der HRS Augustfehn. Beide haben eigene Ponys und wollten mal sehen, wie es ist, „in einem großen Stall beruflich mit den Tieren zu tun zu haben“. Und beiden hat das Praktikum schon eine Erkenntnis gebracht: Melina, die ihr nächstes Praktikum gerne bei der Polizei absolvieren würde, die, dass sie sich eine berufliche Zukunft als Pferdewirtin durchaus vorstellen könnte, und Laura die, dass sie sich trotz aller Liebe zum Tier wohl doch eine andere Ausbildung suchen wird: „Die Arbeit macht tierisch Spaß, aber der Verdienst ist zu gering.“

Markus Minten Leitung / Lokalredaktion
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