Aschhausen 15 Jahre sind beim Schützenverein Aschhausen wohl genug. Nachdem schon sein Vorgänger Gerd Dreyer 1998 nach Ablauf dieser Amtszeit die Verantwortung weiter gegeben hatte, tut es ihm Friedrich Lüttmann gleich – „im Sinne des Vereins, für den Verein“, wie er betont. Auf der Generalversammlung an diesem Freitag (20 Uhr, Schießsportzentrum) wird der 61-Jährige nicht mehr zur Wiederwahl antreten. „Wenn ich jetzt noch ein paar Jahre dranhänge, dann kommt der Tag, dass man die nächste Generation überspringen muss“.

Mehr als eineinhalb Jahrzehnte hat das Lüttmann getan. Zwei Jahre als 2. und dann 15 als 1. Vorsitzender. Und sein Start war alles andere als leicht: Drei Monate nach Amtsantritt begann ein langwieriger Rechtsstreit um die Kündigung eines Erbpachtvertrags und die Nutzung des Schützenplatzes. „Das waren ziemlich aufregende Jahre“, erinnert sich Lüttmann. Statt wie geplant die Renovierung der Schießhalle voranzutreiben, ging es ums Überleben des 1927 gegründeten Vereins. Bis vor das Oberlandesgericht ging der Streit. „Das hat uns viel Geld gekostet.“ Und dennoch stand der Verein mit leeren Händen da. „Das war für mich die schlimmste Zeit.“ Nachdem Umzugspläne verworfen worden waren und mit Hilfe der Gemeinde doch noch ein Kompromiss mit den neuen Eigentümern gefunden worden war, konnte der Verein sich wieder auf das Sportliche konzentrieren – und auf den Ausbau seiner Anlage.

So konnte der Vorsitzende auch das tun, was er sich eigentlich für seine Amtszeit vorgenommen hatte: Den Schützenverein fit für die Zukunft zu machen. Traditionen wie Schützenfest und Festumzug mit modernen Angeboten verknüpfen. Denn für ihn stand schon immer fest: „Man muss den Leuten immer etwas anbieten.“ So habe der Verein als einziger im Schützenkreis eine elektronische Anlage für das Luftgewehrschießen, seit vergangenem Jahr eine stetig wachsende Bogensportabteilung und seit Neustem auch eine eigene Internetseite.

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Und noch etwas war dem scheidenden Vorsitzenden immer wichtig: Zusammenhalt. Sowohl im Verein als auch im Dorf. Das habe sich nicht zuletzt beim Ausbau der Schießsportanlage an der Herbartstraße gezeigt: Ein Drittel der Baumaßnahme habe in Eigenleistung erledigt werden können, so Lüttmann. Das Spendenaufkommen aus der örtlichen Wirtschaft sei groß gewesen. „Das ganze Dorf stand hinter uns.“ So konnten innerhalb von drei Jahren der Kleinkaliberstand verlagert werden, der Sportlerraum und die Waffenkammer geschaffen werden, zuletzt der Eingangsbereich und die Toiletten. 2010 wurde Einweihung gefeiert. „Als alles fertig war, konnten wir uns endlich wieder aufs Sportliche konzentrieren – und das Angebot erweitern.“

Um den Mitgliederstand von 227 stabil zu halten – Aschhausen und Petersfehn sind die größten Verein im Schützenkreis Bad Zwischenahn – sei die Gewinnung gerade junger Leute wichtig, so Lüttmann. „Mit nur einer Sportart kann ein Schützenverein langfristig nicht überleben“, glaubt er – und hat sich für den Bogensport stark gemacht. Und die Zahlen scheinen ihm Recht zu geben: 15 Mitglieder sind durch das neue Angebot hinzu gekommen.

Auch wenn für den Präsidenten das Sportliche im Vordergrund stand, „darf man das breite Freizeitangebot nicht vergessen“. Fahrten, Feiern und Knobelabende gehören dazu.

Dass immer weniger Schützen bereit seien, sich an Traditionen wie dem Festmarsch zu beteiligen, sollte man nicht an den Pranger stellen: „Man sollte das nicht unbedingt von der Uniform abhängig machen. Wenn jemand den Schießsport so betreiben will, ist es auch gut.“

Viel habe in den vergangenen Jahren erledigt werden können. Seinem Nachfolger gibt er einen Tipp: Die Arbeit auf noch mehr Schultern zu verteilen. „Wenn man das verteilt, wird die Vorstandarbeit vielleicht auch für den ein oder anderen Jugendlichen interessant.“

Markus Minten Leitung / Lokalredaktion
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