Metjendorf /Oldenburg 1500 Märkte, 60 000 Beschäftigte, 7,7 Milliarden Euro Jahresumsatz: Und mitten drin im Edeka-Verbund ein Oldenburger – Florian Husmann (43) hat seit kurzem einen Sitz im zehnköpfigen Aufsichtsrat des Unternehmens Edeka Minden-Hannover, das zwischen holländischer und polnischer Grenze agiert.

Die Wahl in den Aufsichtsrat ist vorläufiger Höhepunkt einer Karriere, die ihm praktisch in die Wiege gelegt worden ist. Mit seinem Vater Robert und Onkel Hans-Werner Husmann ist er Chef der Radiant Husmann OHG mit 370 Beschäftigten in Edeka-Märkten in Ofenerdiek, Weyhe bei Bremen, Cloppenburg – und in Metjendorf. Auch Großvater Günther und Urgroßvater Robert Husmann waren Kaufleute. Manchen älteren Oldenburgern wird das Geschäft an der Ecke Am Schießstand/Antonstraße in Eversten noch in Erinnerung sein.

Sein Abitur hat Florian Husmann 1992 am Oldenburger Herbartgymnasium gemacht, es folgte ein Studium der Wirtschaftswissenschaften in Bremen und Rouen in Frankreich, und im Jahr 2000 die Teilnahme an einem Trainee-Programm beim Metro-Konzern, wo er in Düsseldorf, Frankfurt Braunschweig und Hannover die große Welt des Einzelhandels kennenlernte. In München/Pasing leitete er anschließend einen Metromarkt, der, so erzählt er, zehnmal so groß ist wie der Edeka-Markt in Metjendorf. Eineinhalb Jahre führte er das Geschäft, dann ging er als Con­troller beim Einkaufsvorstand von Metro nach Düsseldorf – Fachgebiet Werbecontrolling und Warenanalyse – wichtige Jahre im Leben von Husmann, dem das Wissen aus dieser Zeit bei Metro heute zugute kommt. 2002 übernahm er dann den ehemalige WEZ-Markt in Ofenerdiek und baute ihn unter dem Namen von Edeka zum sechststärksten unter 500 Märkten aus. Vor zwei Jahren, im Februar 2014, eröffnete er mit seinem Vater und Onkel den Edeka-Markt in Metjendorf. „Nur wenige Kilometer von unserem Markt in Ofenerdiek entfernt. Doch wir wollten nicht, dass sich die Konkurrenz an diesem Standort ansiedelt“, betont Florian Husmann und legt im selben Atemzug ein Bekenntnis zum Standort Ofenerdiek ab. „Dort wollen wir bleiben.“

Als ältestes von neun Kindern der Familie hat der 43-Jährige früh Verantwortung übernommen und ist sich seiner Funktion als Vorbild für seine Geschwister durchaus bewusst. Die Lust daran, Aufgaben zu übernehmen, hat ihn in den Einzelhandelsbeirat von Edeka Minden-Hannover getrieben. Vier Jahre gehörte er diesem Gremium für operative Maßnahmen an, wurde im Dezember 2014 wiedergewählt und 2015 Vorsitzender des 16-köpfigen Beirates. Dort wird beraten, was ins Sortiment aufgenommen werden soll. Die Entscheidung fällt aber der zehnköpfige Aufsichtsrat, dem Husmann nun seit gut einer Woche angehört.

„Edeka schöpft seine Stärke aus den selbstständigen Händlern, die ihr Sortiment vor Ort bestimmen und auf die Kundschaft ausrichten“, sagt Husmann. „Der kleinste Händler kann als Genosse mitbestimmen.“

Nebenbei ist der 43-Jährige noch ehrenamtlicher Prüfer bei der Industrie- und Handelskammer (IHK)  und gehört dem IHK-Einzelhandelsausschuss an. Seine Freizeit gehört seiner Ehefrau Christina, mit der er in Eversten lebt, und den drei zwei bis acht Jahre alten Kindern.

Die Supermärkte wandeln sich zum sozialen Treffpunkt in den Stadtteilen, blickt Husmann voraus – mit Café und der Möglichkeit, warm zu essen. Denn die etablierten gastronomischen Betriebe ziehen sich immer mehr zurück, hat er beobachtet. Die Supermärkte müssten ihre Rolle übernehmen.

Thomas Husmann Redakteur / Redaktion Oldenburg
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